|
Die Sammlung des Siebenbürgischen Museum umfaßt etwa 16.000 Objekte aus dem ländlichen wie aus dem städtischen Umfeld. Die Bestände der siebenbürgisch-sächsischen Kultur bilden einen deutlichen Schwerpunkt. Die Sachkultur der anderen Ethnien Siebenbürgens (Rumänen, Ungarn, Szekler, Landler etc.) sind im Ansatz vertreten. Ein besondern wichtiger Sammlungs- und Dokumentationsbereich ist die Abteilung für Kleidung und Heimtextilien. Sie macht die etwa die Hälfte des musealen Gesamtbestandes aus. Die Identität der Ethnien sind eng mit ihren Trachten verknüpft, besonders in ihrer festlichen Ausprägung. Deshalb kommt den Trachten und Trachtenteilen nicht nur quantitativ eine entscheidende Bedeutung zu. Die Alltags- und Festkleidung der Kinder, Frauen und Männer, jeweils in der Winter- oder Sommerausführung, veranschaulicht die Entwicklung der Tracht, aber auch die vielfältigen äußeren Einflüsse sowie das jeweilige Warenangebot. Da Kleidung und Heimtextilien überwiegend in Heimarbeit gefertigt wurden, spiegeln sie das extrem breitgefächerte handwerkliche Können der Frauen wider. Sie verstanden es, den Textilien ihre unverwechselbare Note zu geben. Ähnlich wie bei den einzelnen Kleidungsstücken geben auch die Stick- und Webmuster der Heimtextilien auch unmittelbare Hinweise auf die vielfältigen Einflüsse der im Umfeld der siebenbürger Sachsen lebenden Ethnien. Innerhalb der Kleidungsbestands bilden die von Weißkürschnern gefertigten Kirchenpelze (bestickte Schaffellmäntel) und Brustpelze (Lammfellwesten) einen wesentlichen Schwerpunkt.
|