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Kontakt:

Magdalena Oxfort M.A.
Kulturreferentin f├╝r Westpreu├čen, Posener Land,
Mittelpolen, Wolhynien und Galizien
Tel.: +49 / (0) 2581 / 92777-17
Fax: +49 / (0) 2581 / 92777-14
E-Mail: magdalena.oxfort@westpreussisches-landesmuseum.de
Internet: www.kulturreferat-westpreussen.de

Nachstehend informiert das Kulturreferat am Westpreu├čischen Landesmuseum ├╝ber sein umfangreiches Jahresprogramm 2016. Haben Sie Interesse? Dann nehmen Sie bitte unmittelbar Kontakt zu Frau Oxfort auf.

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Lesung: ÔÇ×Fieber. Universum Berlin 1930-1933“

1. Oktober 2020, 18.00 Uhr, Westpreu├čisches Landesmuseum  
Peter Walther, Bestsellerautor

Berlin ist 1930 die glanzvolle Metropole des neuen Europas, schneller und freier als die anderen Hauptst├Ądte des Kontinents. Nirgendwo sonst liegen Verschwendung und Elend so dicht beieinander. W├Ąhrend sich Kommunisten und Nalesung_walthertionalsozialisten blutige Saalschlachten liefern und Dorothy Thompson Hitler interviewt, l├Ądt der j├╝dische Hellseher Erik Jan Hanussen die Berliner SA-F├╝hrung zu ÔÇ×Weekend-Fahrten“ auf seiner Luxusyacht ÔÇ×Ursel IV“ ein. Maud von Ossietzky verf├Ąllt aus Sorge um ihren Mann Carl immer mehr dem Alkohol und der KPD-Vorsitzende Ernst Th├Ąlmann findet Trost bei seiner Geliebten. Heinrich Br├╝ning, eben noch Kanzler des Deutschen Reichs, spielt am Abend seiner Entlassung mit seiner Patentochter ÔÇ×Mensch ├Ąrgere Dich nicht“. Am Ende geht es nur noch um eins: Kommt das ┬╗Dritte Reich┬ź?
├ťber das Scheitern der ersten deutschen Demokratie ist viel geforscht und geschrieben worden. Die fehlerhafte Verfassung, problematische Traditionen, Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit und Massenelend lassen sich als Gr├╝nde anf├╝hren. Die bundesrepublikanische Demokratie ist bei weitem stabiler, die Lebensumst├Ąnde sind ungleich komfortabler. Und doch wird gerade heute h├Ąufiger an das Ende der Weimarer Republik erinnert, gibt es doch bei allen Unterschieden einige Parallelen. Auch unsere Gegenwart ist durch einen Rechtsruck und soziale Spaltung gepr├Ągt. Die Krise ist in allen Lebenslagen sp├╝rbar.
Der Germanist Peter Walther, 1965 in Berlin geboren, wurde 2017 mit einer fulminanten Biografie ├╝ber den Schriftsteller Hans Fallada bekannt. Jetzt hat Walther ein Buch ├╝ber die letzten Jahre der Weimarer Republik im Spiegel der Hauptstadt geschrieben: "Fieber. Universum Berlin 1930-1933". Das Buch ist sorgf├Ąltig recherchiert und verdichtet den Bericht ├╝ber die Krise zu einer packenden Erz├Ąhlung. Nebenbei enth├Ąlt es neun biografische Portr├Ąts bekannter Zeitgenossen wie Hanussen oder Th├Ąlmann.

Informationen zum Buch:
Peter Walther: "Fieber. Universum  Berlin 1930-1933"
erschienen im Aufbau Verlag
Berlin 2020
364 Seiten, 22 Euro
Mit 17 Abbildungen
ISBN: 978-3-351-03479-5

Studienfahrt nach Danzig

Im  August 2020 organisierte die Kulturreferentin f├╝r Westpreu├čen, Posener Land und Mittelpolen eine Studienfahrt nach Danzig. Der Reisebericht der Kulturreferentin wird nachstehend wiedergegeben.
Auch die Tageszeitung DIE GLOCKE vom 20.08.2020 berichtete ├╝ber diese Reise.
Wer diesen Text einsehen m├Âchte, klicke bitte nachstehenden Link  an: danzigreise_2020

Studienreise: ÔÇ×Die Bedeutung des Wassers und die Geschichte des Wassersports in Danzig und der Region“

30. Juli bis 4. August 2020, Danzig, Zoppot und Umgebung

Eine Kooperation mit dem Bund der Danziger e.V., SAR, Museum Danzig, dem Kapitanat des Hafens von Danzig, der Deutschen Minderheit in Danzig und Graudenz und der Turngemeinde M├╝nster von 1862 e.V., Paddelabteilung
Der Aspekt des Wassers ist in der Hansestadt Danzig allgegenw├Ąrtig und findet sich sowohl in der Herkunft des St├Ądtenamens, die sich auf ÔÇ×ein Gebiet am Wasser“ bezieht, wie auch in den mannigfaltigen Darstellungen meist mythologischer Gestalt an den Fassaden der H├Ąuser und Brunnen, mit denen die jahrhundertealte Handelsgeschichte Danzigs widergespiegelt wird.
Zudem ist Danzig f├╝r eine reiche Tradition im Wassersport bekannt, deren Anf├Ąnge bis in das 19. Jahrhundert zur├╝ckf├╝hren. Im Jahr 1922 wurde in Danzig der erste Schiffahrtsclub gegr├╝ndet. Allm├Ąhlich erfreuten sich auch Ruder- und Kajakvereine gro├čer Beliebtheit, die ihre Aktivit├Ąten durch die Z├Ąsur des Zweiten Weltkriegs zun├Ąchst einstellen mu├čten und nach 1945 erst wieder aufnehmen konnten.
Das Kulturreferat f├╝r Westpreu├čen, Posener Land und Mittelpolen veranstaltete vom 30. Juli bis 4. August 2020 eine Studienreise nach Danzig, deren Schwerpunkt sich auf die Bedeutung des Wassers f├╝r die Stadt Danzig und die Geschichte des Wassersports konzentrierte. Teilnehmer der Reise waren Mitglieder des Bundes der Danziger e.V., Vertreter der Deutschen Minderheit aus Danzig und Graudenz sowie Vereinsmitglieder der Paddelabteilung aus der Turngemeinde M├╝nster von 1862 e.V.
Am Tag der Ankunft, die am 30. Juli sp├Ątnachmittags erfolgte, begab sich die Reisegruppe auf einen abendlichen Spaziergang entlang der Mottlau, um sich einen Eindruck von der ÔÇ×K├Ânigin der Ostsee“ – wie Danzig auch genannt wird – zu verschaffen. danzig_studienreise20c
F├╝r den 31. Juli war die Erkundung der Stadt und ihrer Kulturdenkm├Ąler vorgesehen. Die Kulturreferentin und Initiatorin der Studienreise, Magdalena Oxfort, f├╝hrte die Gruppe in den n├Ârdlichen Teil von Danzig. Dabei wurde das Zentrum f├╝r Solidarnosc besichtigt, welches die Geschichte der gleichnamigen Gewerkschaft beleuchtet, die sich 1989 zu einem bedeutenden Umbruch in Polen verantwortlich zeichnete. Im Anschlu├č folgte ein Rundgang ├╝ber das Gel├Ąnde der Werftanlage, bevor das Museum des Zweiten Weltkriegs besucht wurde. W├Ąhrend des R├╝ckwegs in den Kern der Altstadt am Krantor vorbei flanierten die Reiseteilnehmer ├╝ber die f├╝r den Bernsteinhandel ber├╝hmte Frauengasse zur Marienkirche, dem m├Ąchtigsten Backsteinbau der Stadt. Dort schlossen sich Christoph Joachimowicz und Heinrich Janusch – Vertreter der Deutschen Minderheit aus Danzig – der Gruppe an, die ihnen eine umfassende F├╝hrung durch das Rechtst├Ądtische Rathaus mit dem Artushof sowie ├╝ber den gesamten Langen Markt gebdanzig_studienreise20boten haben. Inhaltlich konnten sie die Teilnehmer der Reise nicht nur mit ausf├╝hrlichem Hintergrundwissen begeistern, sondern auch mit zahlreichen Anekdoten ├╝ber die Geschichte ihrer Heimatstadt unterhalten.
An den nachfolgenden zwei Tagen (1. und 2. August) lag das Hauptaugenmerk der Reise auf der Geschichte des Wassersports. Im s├╝dlichen Teil Danzigs, der ÔÇ×Alten Vorstadt“, befindet sich der seit 1947 existierende Kajakverein Zabi Kruk. Dieser liegt unmittelbar an der gleichnamigen Stra├če ulica zabi kruk, deren historisch-deutsche Bezeichnung Poggenpfuhl
ist. Obwohl dessen Namensursprung etymologisch aus dem Begriff des ÔÇ×Froschteichs“ herzuleiten ist, errichtete an dieser Stelle Anfang des 19. Jh. der ber├╝hmte Arzt Dr. Johann Georg Haffner als Vork├Ąmpfer der Hygiene eine f├╝r damalige Zeiten moderne Badeanstalt. Nachdem die Mitarbeiter von Zabi Kruk der Reisegruppe einen Einblick in das historische Vereinshaus gew├Ąhrten und ihnen die Geschichte des Sportclubs vermittelten, begaben sich die Teilnehmer in Zweier-Kajaks, um die Stadt Danzig vom Wasser aus zu erkunden. Die von dem Danziger Historiker und erfahrenen Paddler Artur Kawinski f├╝r den 1. August vorgesehene Route f├╝hrte vom Poggenpfuhl aus auf der Mottlau ├╝ber das Hafenbecken an den Wahrzeichen der Stadt wie dem Gr├╝nen Tor, dem Krantor, der Speicherinsel sowie der Wedanzig_studienreise20arft vorbei bis hin zur M├╝ndung der Weichsel in die Ostsee. Trotz einiger Herausforderungen wie ├╝berm├Ą├čigem Wellengang und dem Passieren zahlreicher Schiffe, Yachten und Boote gelang es der Gruppe, die knapp 15 Kilometer mit einer kurzen Pause zur St├Ąrkung zu meistern.
Am 2. August f├╝hrte die Route mit etwa 10 Kilometern von den ruhigeren Gew├Ąssern der alten Stadtbastionen und der ÔÇ×Neuen Mottlau“ erneut ├╝ber das Hafenbecken sowie der ÔÇ×Toten Weichsel“ bis hin zur Kaiserlichen Werft und zur├╝ck. Im Verlauf der zwei Tage konnten die Teilnehmer die Stadt Danzig nicht nur aus einer anderen Perspektive aus betrachten – vielmehr erhielten sie durch die Ausf├╝hrungen Artur Kawinskis w├Ąhrend der Paddelfahrten einen breit gef├Ącherten ├ťberblick zur Geschichte und architektonischen Entwicklung Danzigs.
Den kr├Ânenden Abschlu├č der Studienreise bildete am 3. August eine Fahrt nach Zoppot, der als mond├Ąner Bade- und Kurort allgemeinhin ber├╝hmt ist. Dessen Entstehung ist auf Dr. Johann Georg Haffner zur├╝ckzuf├╝hren, der zun├Ąchst als Milit├Ąrarzt unter Napoleon nach Danzig kam und sich schlie├člich bis zu seinem Lebensende dort niederlie├č. Haffner erkannte besonders fr├╝h die heilende Wirkung des Meerwassers, weshalb er in der Umgebung von Danzig neben dem Bad am Poggenpfuhl, auch die Badeanstalten im Ort Br├Âsen (Brze┼║no) sowie in Zoppot er├Âffnete. Aus dem kleinen Fischerdorf wurde innerhalb k├╝rzester Zeit ein Treffpunkt f├╝r die Sch├Ânen und Reichen aus aller Welt, wovon noch heute das Grand Casino an der Strandpromenade sowie die pr├Ągnante Kurort-Architektur zeugen.
Nach einem Rundgang durch Zoppot besichtigte die Reisegruppe den Molo, der mit 51,5 Metern der l├Ąngste Meeressteg Europas ist und zugleich das Wahrzeichen der Stadt bildet. Bevor es am fr├╝hen Abend nach Danzig zur├╝ckging, unternahm die Gruppe einen ausgiebigen Strandspaziergang, bei dem die w├Ąhrend der Reise gesammelten Eindr├╝cke ein weiteres Mal vergegenw├Ąrtigt wurden.
W├Ąhrend dieser Studienreise konnten den Teilnehmer die vielfachen Facetten Danzigs und die historische Bedeutung des Wassers vermittelt werden, die fest in der Kultur der Stadt und ihrer Bewohner verwurzelt ist. Von der Geschichte Danzigs als Mitglied der Hanse, womit die Stadt zu au├čerordentlichem Reichtum gelangte bis hin zur Begeisterung f├╝r den Wassersport und den hygienischen Errungenschaften im 19. Jahrhundert wie die Einstellung zum Baden im Meer stellt die Verbindung des Danziger B├╝rgertums zum Wasser ein essentielles Lebensgef├╝hl dar, welches in besonderer Weise in den Sommermonaten am Hafenbecken wie auch entlang der gesamten Danziger Bucht zu beobachten ist.

Text und Fotos: Magdalena Oxfort