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Ostdeutsche Museen
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Ostdeutsche Museen - Museen zur Geschichte und Kultur der Deutschen im östlichen Europa
Die hier vorgestellten bundesgeförderten Museen präsentieren Zeugnisse der fast 900jährigen Siedlungs- und Kulturgeschichte von Deutschen in den historischen deutschen Ostprovinzen und Siedlungsgebieten im östlichen Europa. Seit dem Mittelalter wurden deutsche Bauern, Handwerker und Fachleute im Osten Europas für den Landesausbau und als Spezialisten, z. B. als Bergleute, Baumeister und Techniker, von den einheimischen Landesherren angeworben. Die sich so geformten deutschen Siedlungsgebiete befinden sich heute in den östlichen Nachbarstaaten Deutschlands. In Preußen gründete im Mittelalter der Deutsche Orden sein Staatswesen; zahlreiche Städte mit deutschem Bürgertum – sie waren zumeist Mitglieder des Hansebundes – entstanden an der Ostseeküste. Schlesien, Pommern,Teile Brandenburgs sowie Ost- und Westpreußen waren bis 1945 - also bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges - Teil des deutschen Staatsgebietes. Darüber hinaus gehörten Deutsche in einigen Regionen des östlichen Europas zahlenmäßig und ökonomisch zu den bedeutenden Bevölkerungsgruppen, die wichtige Beiträge zu Kunst Architektur, Literatur und Musik leisteten und teilweise noch leisten. Der Zweite Weltkrieg und seine Folgen führten zum Untergang zahlreicher Kulturdenkmäler, zu Flucht und Vertreibung von etwa 13 Millionen Deutschen aus ihren Heimatgebieten. In den Jahrzehnten danach und besonders nach der politischen Wende 1989 reisten zahlreiche Deutsche in die Bundesrepublik Deutschland aus. Heute gibt es nur noch vereinzelt deutsche Minderheiten im östlichen Europa. Es gilt, das gemeinsame Kulturerbe dieser Regionen als Teil der deutschen und europäischen Kultur zu bewahren, zu erforschen und zu präsentieren. Diesem – auch in einem Bundesgesetz verankerten – Auftrag widmen sich die hier vorgestellten Museen mit regionalgeschichtlichem und überregionalem Ansatz. Als Orte einer lebendigen Aneignung historischen und kulturellen Wissens vermitteln sie dem nationalen und internationalen Publikum die Geschichte und Kultur der Deutschen im östlichen Europa mit zeitgemäßen Methoden und Medien. Dazu zählen mehrsprachige Führungen, Workshops, Multivisionsschauen oder virtuelle Präsentationen. Die Arbeit der Museen wird seit rd. zwei Jahren von Kulturreferenten unterstützt. Sie begleiten Ausstellungsvorhaben der Museen mit ergänzenden Programmen und nehmen vor allem Aufgaben in der Grenzüberschreitung wahr. Daß sie die Sprache der Länder sprechen, die von den Museen thematisch behandelt werden, ist eine Selbstverständlichkeit. Ohne das engagierte Mitwirken der Kulturreferenten ist eine effiziente Arbeit der Museen überhaupt nicht mehr vorstellbar. Die Öffnung der Grenzen in Europa ermöglicht seit Beginn der 1990er Jahre Kooperationen mit unseren östlichen Nachbarn bei der Erforschung und Bewahrung des gemeinsamen Kulturerbes sowie bei dessen Vermittlung in international ausgerichteter Öffentlichkeitsarbeit. Die Museen bringen ihre reichen Sammlungen in diesen schöpferischen Dialog ein und leisten so einen Beitrag für ein friedliches Zusammenleben in Europa, das nur auf der Basis des gemeinsamen Erfahrens und Verstehens von Geschichte möglich ist. Zu Beginn der 50er Jahre schuf der Bund mit dem Gesetz über die Angelegenheiten der Vertriebenen und Flüchtlinge (Bundesvertriebenen- und Flüchtlingsgesetz - BVFG) auch die Voraussetzungen, daß das kulturelle Erbe der Vertreibungsgebiete im Bewußtsein der Vertriebenen und Flüchtlinge, aber auch der deutschen Gesamtbevölkerung und des Auslands auf Dauer erhalten werden konnte. Auf der Grundlage dieses Gesetzes, und zwar des § 96 BVFG fördern der Bund, Länder und Kommunen nicht zuletzt die Arbeit der ostdeutschen Landesmuseen. Nachstehend wird der Wortlaut des Gesetzestextes zitiert: § 96 Pflege des Kulturgutes der Vertriebenen und Flüchtlinge und Förderung der Wissenschaftlichen Forschung Bund und Länder haben entsprechend ihrer durch das Grundgesetz gegebenen Zuständigkeit das Kulturgut der Vertreibungsgebiete in dem Bewußtsein der Vertriebenen und Flüchtlinge, des gesamten deutschen Volkes und des Auslandes zu erhalten, Archive, Museen und Bibliotheken zu sichern, zu ergänzen und auszuwerten sowie Einrichtungen des Kunstschaffens und der Ausbildung sicherzustellen und zu fördern. Sie haben Wissenschaft und Forschung bei der Erfüllung der Aufgaben, die sich aus der Vertreibung und der Eingliederung der Vertriebenen und Flüchtlinge ergeben, sowie die Weiterentwicklung der Kulturleistungen der Vertriebenen und Flüchtlinge zu fördern. Die Bundesregierung berichtet jährlich dem Bundestag über das von ihr Veranlaßte.
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Umsiedlung, Vertreibung und Vernichtung der Deutschen im östlichen Mitteleuropa einschließlich der historischen deutschen Ostgebiete seit 1939
(Karte nach Wilfried Krallert, Atlas zur Geschichte der deutschen Ostsiedlung)
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Bevölkerung der historischen deutschen Ostgebiete in den Grenzen von 1937 und deutsche Bevölkerung in den Staaten Ost- und Südosteuropas am 1. September 1939
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I. Deutsche Ostgebiete
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Gesamtbevölkerung
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davon
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deutscher Volkszugehörig- keit
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nichtdeutscher Volkszugehö-rigkeit
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Ost/Westpreußen Ostpommern Schlesien Ostbrandenburg
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2.473.000 1.883.700 4.576.499 642.000
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15.122 11.530 16.142 2.834
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insgesamt
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9.620.827
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9.575.199
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45.628
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II. Staaten Ost- und Südosteuropas
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deutsche Volkszugehörige
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Sowjetunion Lettland Estland Litauen Memelgebiet Danzig Polen Tschechoslowakei Ungarn Rumänien Jugoslawien Bulgarien
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1.423.000 63.000 17.000 52.000 118.000 380.000 963.000 3.477.000 623.000 786.000 537.000 5.000
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insgesamt
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8.852.000
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Deutsche insgesamt aus I. und II.
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18.427.199
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Überblick über die Flächen der historischen deutschen Ostgebiete östlich von Oder und Neiße
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Ost- und Westpreußen
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36.992 Quadratkilometer
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Hinterpommern
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31.300 Quadratkilometer
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Schlesien (Nieder- und Oberschlesien)
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40.313 Quadratkilometer
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Ostbrandenburg
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11.328 Quadratkilometer
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insgesamt
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119.933 Quadratkilometer
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Eine herzliche Bitte an alle, die sich für diese Museumsarbeit interessieren. Die Mittel der öffentlichen Hände und somit die der im folgenden zu beschreibenden Museen reichen nicht aus, um im erforderlichen Umfang ihre Bestände zu vergrößern und auszubauen. Sollten Sie über Kulturgut aus Ihrer einstigen östlichen Heimat verfügen, das Sie u. a. aus Platzmangel nicht adäquat unterbringen können, nehmen Sie in diesem Fall Kontakt zu Ihrem Museum auf und sprechen Sie mit dem Leiter oder den Museumsmitarbeitern darüber, wie Ihnen, aber auch dem Museum geholfen werden kann.
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