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Seit dem 13. Mai 2006 ist das Schlesische Museum eröffnet!
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Die Tageszeitung DIE WELT berichtete in einem bemerkenswerten Feuilletonbeitrag vom 11. Mai 2006 über die Eröffnung des Museums. Sie können den Artikel nachlesen, der in zwei Dateien hier wiedergegeben wird, wenn Sie zunächst die Ziffer 1 dann die Ziffer 2 anklicken.
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Die Stiftung Schlesisches Museum zu Görlitz
Die öffentliche Stiftung bürgerlichen Rechts Schlesisches Museum zu Görlitz hat wie andere die Aufgabe, auf der Grundlage de s § 96 des Bundesvertriebenengesetzes (BVFG) als zentrale schlesische Einrichtung die Kulturgeschichte Schlesiens zu erforschen, dingliches Kulturgut zu sammeln, zu erhalten und museal zu präsentieren mit dem Ziel, Vergangenheit und Gegenwart der gesamten Kulturregion Schlesien dem deutschen und internationalen Publikum bekannt und verständlich zu machen.
Einbezogen in die Bestrebungen der Bundesrepublik Deutschland und des Freistaates Sachsen soll das Museum auch aufgrund seiner geographischen Lage einen Beitrag zur Verständigung mit der Republik Polen und der Tschechischen Republik leisten. Fachliche Kooperation mit Museen und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen ist eine weitere wichtige Zielsetzung der Stiftung.
Zu diesem Zweck errichtet und betreibt die Stiftung das gleichnamige Museum, das in vergleichbarer Weise wie die von den Bundesländern errichteten und betriebenen Landesmuseen auszubauen ist. Es soll mit gleichgerichteten Einrichtungen in Bund und Ländern eng zusammenarbeiten.
Blick auf den Renaissancebau Schönhof, erbaut von Wendel Roßkopf im Jahre 1526 in der Görlitzer Altstadt. Blick vom Untermarkt. Die Restaurierung des Schönhofs und der Hintergebäude wurde zwischenzeitlich abgeschlossen. Nunmehr steht die Inneneinrichtung des Museums an. Zur Zeit zeigt es Bereiche aus der schlesischen Geschichte in der Verlängerung der Arkaden des Schönhofs im Gebäude Untermarkt 4.
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Blick in den Schönhof während der Restaurationsphase vor der Eröffnung des Museums am 13. Mai 2006
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Mitgliederversammlung des Fördervereins am 11. Juni 2005
Am 11. Juni 2005 führte der Förderverein des Schlesischen Museums seine diesjährige Mitgliederversammlung durch. Das Ereignis verdient deshalb Erwähnung, weil erstmals der (fast) fertiggestellte Vortragsraum des Schlesischen Museums im Fischmarktgebäude benutzt und damit zugleich eingeweiht werden konnte. Am gleichen Tag bot das Museum aber auch allen Görlitzern die Gelegenheit, ihren Schönhof nach der langjährigen Restaurierungsphase zu besuchen und die historischen Räumlichkeiten mit den in alter Farbpracht wieder leuchtenden historischen Kassettendecken zu bewundern. 4.000 Görlitzer nutzten bei strahlendem Wetter diese Chance. Die Restauratoren haben wirklich hervorragende Arbeit geleistet! Das Schlesische Museum, das endgültig am 13. Mai 2006 für die Öffentlichkeit seine Pforten öffnet, wird ein Schmuckstück für die ganze Region darstellen und mit seiner Arbeit, die selbstredend auf grenzüberschreitende Kooperation ausgerichtet ist, auch in das benachbarte polnische Schlesien hineinwirken. Eine Kostprobe dieser unumgänglichen Zusammenarbeit konnten interessierte Zuhörer am 12. Juni im Vortragsraum des Schlesischen Museums erleben. Dort fand eine Diskussion zwischen deutschen und polnischen Experten (u. a. mit dem früheren deutschen Generalkonsul in Breslau, Dr. Peter Ohr, und dem Träger des Kulturpreises Schlesien 2004, dem Breslauer Kunsthistoriker Prof. Dr. Jan Harasimowicz) zum Thema „Schlesien. Eine Standortbestimmung“ statt. Auch wenn die Diskussion nach wie vor kontroverse Themenbereiche ausklammerte, zeigte sie doch, wie wichtig die Erörterung schlesischer Aspekte zwischen Deutschen und Polen ist. Das Museum ist gut beraten, vergleichbare Diskussionsrunden fest in sein Programm einzubinden. Wünschenswert ist in diesem Kontext, auch jüngere Menschen von beiden Seiten der Neiße in diese Gespräche einzubeziehen.
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Ein Grußwort des Museumsdirektors Dr. Markus Bauer zum Jahreswechsel 2008/09
Liebe Freunde des Schlesischen Museums, es sind zwar noch ein paar Wochen bis zum Jahresende, aber ich will die Behauptung doch schon wagen: 2008 war für das Schlesische Museum ein gutes und erfolgreiches Jahr. Nach wie vor ist die Öffentlichkeit dem Museum sehr gewogen. Die Besucherzahlen dürften bis Ende des Jahres in etwa den Stand des Vorjahrs (23.300 Besucher) erreichen. In der Presse wurden Sonderausstellungen und Publikationen des Museums mit guten Kritiken bedacht und erreichten — dank Berichten in der FAZ, der Süddeutschen Zeitung und der „Zeit" - bundesweite Aufmerksamkeit. Das Veranstaltungsprogramm ist dicht und vielfältig, auch die Umsätze im Museumsladen haben sich gut entwickelt. Drei neue Sonderausstellungen haben die Mitarbeiter des Schlesischen Museums in diesem Jahr erarbeitet und der Öffentlichkeit vorgestellt, ein umfangreiches, vielleicht allzu ehrgeiziges Pensum. Die Ausstellung „Auf dem Weg zur Toleranz" entstand aus Anlass des 300. Jahrestags der Altranstädter Konvention (Kurator: Norbert Faust). Unter dem Titel „Verbotene Kunst" waren bisher nie gezeigte Aquarelle von Karl Schmidt-Rottluff zu sehen, die der zur NS-Zeit verfemte Künstler bei einem Aufenthalt in Helmut James von Moltkes Landgut Kreisau 1942 gemalt hat - die Ausstellung (Kuratorin: Johanna Brade) wurde deutschlandweit wahrgenommen. Derzeit und noch bis 1. März 2009 präsentieren wir Arbeiten einer zeitgenössischen deutschpolnischen Künstlergruppe (Kuratorin: Johanna Brade), der Gruppe RAR, die sich aus drei gebürtigen Schlesiern zusammensetzt. Alle Sonderausstellungen wurden von zweisprachigen Publikationen begleitet. Besonders erfreulich: In einem bislang noch nicht gekannten Umfang war das Schlesische Museum in diesem Jahr mit seinen Ausstellungen andernorts zu Gast: beim Schlesischen Museum in Kattowitz, dem Schlesischen Museum in Troppau, in der Friedenskirche in Schweidnitz, beim Staatsarchiv in Breslau, dem Webereimuseum in Landeshut, dem Oberschlesischen Landesmuseum in Ratingen, dem Universitätsmuseum in Marburg, dem Haus der Brandenburgisch- Preußischen Geschichte in Potsdam und in der Internationalen Begegnungsstätte Kreisau. Daneben konzentrierte sich die Arbeit auf die ständige Ausstellung im Schönhof. Zwei Jahre nach der Eröffnung war es an der Zeit, die Ausstellung kritisch durchzuschauen und dabei Kritik und Anregung der Besucher aufzugreifen. Es zeigte sich bald, dass große Veränderungen nicht nötig waren: einige technische Verbesserungen, ein paar zusätzliche Beschriftungen, ferner die Aufnahme von Objekten, die in den letzten Monaten erworben worden waren. So sind nun vor allem im Raum 14 (Kunst des ersten Drittels des 20. Jahrhunderts) etliche neue Exponate zu sehen — die Präsentation in diesem Raum hat merklich gewonnen. Dagegen waren bei den Ausstellungstexten lediglich geringfügige Korrekturen erforderlich, die Beseitigung von kleinen Irrtümern und Schreibfehlern und die Verbesserung einzelner Formulierungen, die zu Missverständnissen Anlass geben könnten. Ein Schwerpunkt unserer Arbeit war der Ausbau der museumspädagogischen Programme. Inzwischen haben wir Angebote für Kinder und Jugendliche aller Altersstufen, vom Kindergarten bis zum Abitur. Spielerisches mischt sich mit Ernstem; Kindergeburtstag im Museum sind genauso möglich wie die Durchführung anspruchsvoller Schulprojekte zu Themen wie "Industrialisierung", „Widerstand im Nationalsozialismus" oder „Vertreibung". Der Erfolg ist beträchtlich: rund 50 Schulklassen, Kinder — und Jugendgruppen haben in den ersten drei Quartalen dieses Jahres museumspädagogische Programme in Anspruch genommen. Gute Erfahrungen konnten mit thematisch ausgerichteten Führungen für Erwachsene gemacht werden (eine musikalisch-literarische, eine baugeschichtlich und eine kirchengeschichtlich orientierte Führung durch die ständige Ausstellung. Zuguterletzt haben wir uns einen lang gehegten Wunsch erfüllt: die Restaurierung der nach wenig mehr als zehn Jahren schon ziemlich verschlissenen Fassade des Schönhofs zur Brüderstraße. Diese Schönheitsoperation war als letzte Baumaßnahme geplant, nach Erledigung aller anderen, funktional wichtigeren Maßnahmen, und wenn dann noch Geld übrig sein sollte. Nach Ausbesserung des Putzes, nach Steinsanierung an Pfeilern und Brüstungen und einem neuen Anstrich strahlt der Schönhof jetzt wieder im neuen, alten Glanz und macht seinem Namen alle Ehre. Ad multos annos! — so ist zu hoffen, denn es wird sehr, sehr lange dauern, bis wir uns die nächste Restaurierung werden leisten können. Mit den besten Grüßen aus dem Schlesischen Museum Ihr Markus Bauer Zitiert aus: Mitteilungen aus dem Schlesischen Museum zu Görlitz, 11/2008, Nr. 13,S.2 ff.
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