logoneu

Willkommen Ostdeutsche Museen - Aktuelles Aktueller Bericht nach § 96 BVFG -  Neue§ 96-Konzeption Ostpreußisches Landesmuseum Westpreußisches Landesmuseum - Kulturreferat Regionalmuseum Krockow Donauschwäbisches Zentralmuseum   Schlesisches Museum Pommersches Landesmuseum Ostdeutsche Galerie Links Impressum

Westpreußisches Landesmuseum

Museumsveranstaltungen

Kontakte

Sammlungen

Nachstehender Text auch unterhttp://www.westpreussen-berlin.de / agomwbwrundbriefe.htm
AGOM-Rundbrief Nr. 814

Wie sieht die Zukunft des Westpreußischen Landesmuseums aus?

Nach längerer, schwerer Krankheit trat der seit 1998 amtierende Museumsleiter Dr. Lothar Hyss im April 2021 vorzeitig in den Ruhestand. Das Museum verlor damit einen äußerst kundigen, allseits beliebten Leiter. Am 19. März 2022 ist er dann plötzlich und unerwartet verstorben. Für alle, die ihn kannten und mit ihm zusammenarbeiteten, ist dies ein herber Verlust!

Seit dem 2. November 2021 ist Hyss´ Nachfolgerin PD Dr. Gisela Parak - sie bezeichnet sich selbst als Fotohistorikerin - in Warendorf neue Museums-leiterin. Die Einstellung begleitete der Stiftungsratsvorsitzende der Kultur-stiftung Westpreußen Ulrich Bonk mit dem Hinweis, Frau Dr. Parak lasse vielversprechende Voraussetzungen dafür erkennen, dass sich das Westpreußische Landesmuseum unter ihrer Leitung stärker die Perspektiven der aktuellen Museologie erschließen wird, eine größere Außenwirkung erzielt und nicht zuletzt zukunftsfähige Strukturen zu entwickeln vermag. Abgesehen davon, daß diese Aussage auch als eine durch nichts gerechtfertigte Kritik an dem früheren Museumsleiter betrachtet werden kann, scheint diese Sicht des Stiftungsratsvorsitzenden Ulrich Bonk begründet, blickt man auf den beeindruckenden wissenschaftlichen und beruflichen Werdegang der neuen Museumsleiterin: Studium der Freien Kunst und Kunstpädagogik an der Akademie der Künste in München, im Anschluß daran Studium der Kunst-geschichte an der LMU München mit Promotion über das Thema Dokumentarfotografie im Wandel des 20. Jahrhunderts. 2015 folgt die Habilitation an der Staatlichen Kunstakademie Stuttgart. Zwischen 2013 bis 2016 hat sie die Leitung des Museums für Fotografie e. V. in Braunschweig inne, ist im Anschluß daran Projektleiterin des Forschungsprojekts Bergbaukultur im Medienwandel an der TU Bergakademie Freiberg/Sachsen. Von 2019 bis 2021 leitete Frau Dr. Parak als Senior Research Fellow den fachlichen Schwerpunkt Visual history am Deutsches Schifffahrtsmuseum Bremerhaven. Der auffällig kurzfristige Wechsel der Arbeitgeber veranlaßte den Stiftungsrat der KSW nicht, bei den früheren Wirkungsstätten der Frau Dr. Parak Informationen einzuholen.

Immer stand die Fotografie im Zentrum des Wirkens von Frau Dr. Parak, deshalb wird dem am Westpreußischen Landesmuseum (WLM) Interessierten nicht recht ersichtlich, wie die Prognosen des Stiftungsratsvorsitzenden der Kulturstiftung Westpreußen (KSW) sich umsetzen lassen. Denn der Kunsthistorikerin Parak fehlen historische Voraussetzungen und Kenntnisse zu Westpreußen, und es fehlt ihr vor allem die notwendige sprachliche Kompetenz, um an die zahlreichen von Dr. Hyss vereinbarten deutsch-polnischen Museumskooperationen anknüpfen zu können.

Nach fast sechsmonatiger Tätigkeit am Warendorfer Museum ist wenig von einem Aufbruch spürbar. Vielmehr erhält der Beobachter eine andere Sicht der Dinge, z. B. soll die Museumsleiterin bis dato keine auf ihre Belange abgestellte Mitarbeiterbesprechung anberaumt haben. Auch gibt es zwischen dem WLM und dem Regionalmuseum Krockow mit Außenstelle des WLM derzeit keine Kontakte. Diese waren zwischen 1998 bis 2020 gut und lebhaft. Hätte es nach dem krankheitsbedingten Ausscheiden von Dr. Lothar Hyss aus dem WLM im Frühjahr 2021 ein kollegiales Zusammenwirken zwischen der Kulturstiftung Westpreußen und der Stiftung Europäische Begegnung/Kaschubisches Kulturerbe (zwischen beiden Stiftungen herrscht derzeit „Funkstille“) gegeben, wäre die sich mit Beginn der Corona-Krise abzeichnende ungünstige Entwicklung in Krockow vermeidbar gewesen. Aber es scheint sich die Prognose des Ko-Fundators der Krockower Stiftung, Ulrich Graf von Krockows, zu bewahrheiten: Letztlich ist nicht auszuschließen, daß auf die langjährige gute deutsch-polnische Zusammenarbeit in Krockow neue Schatten fallen. In dieser krisenhaften Lage fällt dem deutschen Partner nichts Besseres ein, als Dauerleihgaben des WLM aus Krockow zurückzufordern oder sogar darüber nachzusinnen, sie dem Danziger Nationalmuseum zu übergeben. Auch Bundesmittel für die Außenstelle Krockow werden rigoros zurückgefordert, ohne andere Möglichkeiten auch nur anzudiskutieren. Versuche Ulrich Graf von Krockows, mit Frau Dr. Parak in Kontakt zu kommen, wurden von ihr brüsk abgewiesen.

Kontakte zwischen dem Ko-Fundator der Krockow-Stiftung und der Vorstandsvorsitzenden der KSW sind nicht optimal zu nennen. In einem Schreiben vom 7. April 2022 fordert die Vorstandsvorsitzende der KSW mit der Anrede Sehr geehrter Herr Krockow barsch dazu auf, ihr das Protokoll [einer Ratssitzung in Krockow vom 3.12.2021] unverzüglich zuzusenden. Danach lautet der Brieftext: Ich gehe davon aus, dass Ihnen das Protokoll vorliegt und Sie dieses nur weiterleiten müssen. …. bitte ich Sie, das Protokoll bis Morgen, Freitagabend, an meine E-Mail zu senden. Wie gesagt, der Brief der KSW wurde am 7. April abgesandt und die Antwort sollte am 8. April vorliegen. Dieses Verhalten muß nicht kommentiert werden.

Ein anderer zur Sorge Anlaß gebender Aspekt ist das Verhältnis der neuen Museumsleitung zu der am WLM angesiedelten Kulturreferentin für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen. 
Die Kulturreferenten bei den Landsmannschaften dienten ursprünglich der Stärkung der kulturellen Breitenarbeit der Vertriebenenverbände. Zum Zeitpunkt der Regierungsbildung 1998 gab es rd. 29 Kulturreferenten. Der Bund stellte für die Breitenarbeit einen zweistelligen Millionenbetrag bereit.

Ab 1998 setzte die Bundesregierung neue Schwerpunkte. Die große Zahl der Kulturreferenten wurde reduziert; stattdessen wurden an den institutionell vom Bund geförderten ostdeutschen Landesmuseen und beim Adalbert-Stifter-Verein sechs hauptamtliche Kulturreferenten angebunden. Zunächst als Experiment gedacht, sollten die Kulturreferenten bei Bewährung an den Museen beibehalten und ggf. ausgeweitet werden. Letzteres ist der Fall.

Diese Kulturreferentenstellen wurden vom Bund als selbständige, institutionelle Einrichtungen an den Museen geschaffen. Ziel war insbesondere die Unterstützung der Museen und damit verbunden ihre öffentliche Wahrnehmung. Die finanzielle Ausstattung der Kulturreferenten erfolgt über einen eigenständigen institutionellen Haushaltstitel - allein vom Bund finanziert. Bewirtschaftet wurden und werden die Mittel von der Verwaltung der jeweiligen Museumseinrichtung, da allein sie zuständig ist als Beauftragte für den Haushalt gemäß § 9 BHO. Die Trägereinrichtungen wie die KSW und die Museumsleitung besitzen somit kein Zugriffsrecht! An diese Regelung fühlt sich Frau Dr. Parak jedoch nicht gebunden: Jüngst überwies sie Mittel aus dem Etat der Kulturreferentin zurück an das Bundesverwaltungsamt, ohne dies zuvor mit der Kulturreferentin abgesprochen zu haben.

Nach den Leitlinien für die Arbeit der Kulturreferenten des Bundes vom 24. August 2017 stellen die einzelnen Museen sicher, daß das Veranstaltungsprogramm der Kulturreferenten im Rahmen des Gesamtangebots und der Öffentlichkeitsarbeit als spezifischer, eigenständiger Beitrag ausgewiesen wird. Die Kulturreferenten vertreten zudem gleichzeitig die Institution, der sie angeschlossen sind. Auch in allgemeinen Informationsmitteln über die jeweiligen Häuser (Prospekte, Internet) ist auf die Arbeit der Kulturreferenten hinzuweisen, im Idealfall durch eine eigene Rubrik, in der Aufgaben, Zielsetzungen und regional spezifische Besonderheiten erläutert werden.

Die jetzige Leitung des WLM fühlt sich an diese Festlegungen des Bundes nicht gebunden und behindert somit die Arbeit der Kulturreferentin. Auch wenn die Website des Westpreußischen Landesmuseums explizit das Kulturreferat aufführt, stellt der Internetnutzer beim genauen Hinschauen erstaunt fest, daß aktuelle Veranstaltungen ohne genaues Datum mit dem Jahr 2021 enden, frühere Veranstaltungen und frühere Sonderausstellungen des Kulturreferats zwar genannt werden, jedoch mit dem Datum 05.12.2021 bzw. mit dem Datum 30.09.2021 schließen. Auch Presseberichte hören mit dem 07.12.2021 auf. Damit besitzt das Kulturreferat keinen aktuellen Zugang zur Museumswebsite. Ein eindeutiges Zuwiderhandeln der Museumsleitung gegenüber den geltenden Leitlinien! Eine zusätzliche Arbeitserschwernis für die Kulturreferentin kommt hinzu: Es besteht ein Kontaktverbot der Museumsmitarbeiter zur Kulturreferentin.

Die Dienstaufsicht über die Kulturreferenten obliegt der jeweiligen Museumsleitung, während die Fachaufsicht vom Bund und dem Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (BKGE) wahrgenommen wird. Grundsätzlich ist die Dienstaufsicht nicht eng auszulegen, denn bei den Kulturreferenten handelt es sich um vom Bund geschaffene selbständige Einrichtungen. Dies sollte die neue Museumsleitung in der gleichen Weise praktizieren wie ihr Vorgänger, um Friktionen zu vermeiden.

Ein letzter Aspekt, der zur Kritik an der Museumsleitung herausfordert, ist ihr Verhältnis zu dem Verein zur Förderung des Westpreußischen Landesmuseums im Franziskanerkloster Warendorf. Satzungsgemäßer Zweck des Vereins ist die Beschaffung von Mitteln, die dem ständigen Ausbau des WLM in Warendorf dienen. Der Verein unterstützt das Museum bei der Erfüllung seiner Aufgaben und wird in der Öffentlichkeit für dessen Ziele und Zwecke werbend tätig.
Zu den Vorstandsaufgaben zählt u. a., daß der Vorstand seine Entscheidungen im Benehmen mit der Direktion des WLM trifft. Diese wiederum berät den Vorstand bei seinen Entscheidungen und nimmt in der Regel auf Einladung des Vorstands an dessen Sitzungen teil. Damit existiert zwischen Museumsleitung und Förderverein eine Verpflichtung zu einer freundschaftlichen Kooperation wie es zwischen einem Förderer und einem Geförderten guter Ton ist. Die Leitung des WLM sieht das indes anders. Auf der Mitgliederversammlung des Fördervereins wurden die Mitglieder darüber informiert, daß der Verein ab sofort keine Räumlichkeiten des Museums mehr nutzen dürfe. Konkrete Gründe sollen an dieser Stelle nicht aufgeführt werden
Jedoch wurde beschlossen, daß der Förderverein auf einer einzuberufenden außerordentlichen Mitgliederversammlung im Mai des Jahres entsprechend reagieren wird.

In der Tat, die Zukunft des WLM ist gefährdet. Wie kann dem entgegengewirkt werden? Einige Lösungen seien angedeutet:

  • Der Stiftungsrat der KSW beendet die Probezeit von Frau Dr. Parak mit sofortiger Wirkung und schreibt die Leitungsstelle des WLM erneut aus.
  • WLM und KSW behandeln die Kulturreferentin am Museum als ihren Partner, der das Museum vorbehaltlos unterstützt, aber zugleich eine eigenständige Einrichtung am Museum ist.
  • Die Kooperation zwischen der KSW und der Stiftung Europäische Begegnung/Kaschubisches Kulturerbe wird auf den Stand von 1998-2020 zurückgeführt, als sich Museumsleiter Dr. Hyss noch verantwortlich zeigte.
  • Die öffentliche Hand muß maßgeblichen Einfluß in der von der Landsmannschaft Westpreußen errichteten KSW – sowohl im Stiftungsrat als auch im Stiftungsvorstand – besitzen. Das ist nur über eine Umwandlung der derzeitigen landsmannschaftlich ausgerichteten Stiftung zu einer reinen Museumsstiftung erreichbar. Eine derartige Museumsstiftung – Stiftung Landesmuseum Westpreußen – unter Beteiligung der Landsmannschaft kann langfristig die Existenz des WLM sicherstellen.

Nachruf
Dr. Lothar Hyss - Direktor des Westpreußischen Landesmuseums
von 1998 bis 2021 verstarb unerwartet am 19. März 2022

Dr. Lothar Hyss beendete am 19. März 2022 seinen irdischen Weg. Alle, die ihn kannten und ihn begleiteten, hat diese Nachricht zutiefst getroffen und erschüttert.
Lothar Hyss, 1960 im oberschlesischen Friedrichsfelde geboren, blieb mit seinen Eltern zunächst in der schlesischen Heimat, bevor der Familie die Ausreise nach Deutschland genehhyss_beckummigt wurde. Hyss´ Vater gehörte zur Gruppe deutscher Spezialisten, die die Polen zum Aufbau Schlesiens in ihrem Sinne benötigten. Die späte Übersiedlung war der Grund, daß Hyss Polnisch als zweite Muttersprache in Wort und Schrift beherrschte. Das deutsche Abitur machte er nach und studierte in Bonn Kunstgeschichte. Sein Promotionsthema lautete: Johann Wolfgang von Goethe und das Residenzschloß zu Weimar. Diese kenntnisreiche Schrift diente immer wieder zur Anregung bei Besuchen in Thüringen und damit auch in Weimar.
Nach Beendigung seines Studiums folgte ein museales Praktikum im Haus Schlesien in Königswinter, das in eine feste zehnjährige Anstellung in dieser renommierten Einrichtung überging.
Am 1. April 1998 übernahm Lothar Hyss von Hans-Jürgen Schuch die Leitung des Westpreußischen Landesmuseums in Münster-Wolbeck. Diese neue Aufgabe und zugleich Herausforderung waren für ihn eine Berufung; für zahlreiche kenntnisreiche und publikumswirksame Ausstellungen war er in der Folge verantwortlich.
Im Laufe der Jahre erwies sich, daß die Räumlichkeiten im Wolbecker Drostenhof als Museumssitz nicht hinreichten, u. a. ließ sich kein behindertengerechter Zugang in das Schloßensemble einfügen. Letztlich genügte der Drostenhof nicht dem ICOM-Standard.
Hyss kamen seine guten Kontakte zur Unternehmerfamilie Horstmann in Warendorf zugute. Sie hatte das Westpreußische Landesmuseum bereits in Wolbeck unentgeltlich mit Räumlichkeiten unterstützt. Familie Horstmann konzipierte zusammen mit Hyss das Franziskanerkloster in Warendorf zu einer gelungenen musealen Einrichtung Westpreußens. Nach dem Abschluß der Baumaßnahmen folgte am 5. Dezember 2014 die Wiedereröffnung des Westpreußischen Landesmuseums in den früheren Klosterräumlichkeiten.
Hans-Jürgen Schuch hatte unmittelbar nach der Wende eine erste Kooperation mit dem polnischen Bezirksmuseum Thorn begonnen. Diese Verbindung zu polnischen Museen an der unteren Weichsel wurde in der Folge zur Leidenschaft von Lothar Hyss. Die Beherrschung der polnischen Sprache machten es ihm leicht, mit polnischen Museumsleitern in Kontakt zu kommen und über Kooperationsverträge die Verbindung zu polnischen Museen systematisch auszubauen. Zu den wichtigsten Kooperationspartnern des Westpreußischen Landesmuseums gehörten:
Nationalmuseum in Danzig
Historische Museum der Stadt Danzig
Schloßmuseum in Marienburg
Diözesanmuseum in Pelplin
Museum in Graudenz
Museum in Preußisch Stargard.
Ein besonderes Anliegen von Lothar Hyss war seit 1999 die Errichtung und der Betrieb einer Außenstelle in Krockow/Krokowa, unweit von Danzig gelegen. Diese Einrichtung war bestimmt zur Erforschung und Darstellung der regionalen Geschichte und Kultur von Polen, Deutschen und Kaschuben. Dies gelang über eine enge Zusammenarbeit mit der Stiftung Europäische Begegnung/Kaschubisches Kulturzentrum in Krockow/Krokowa, dem Regionalmuseum Krockow/Muzeum Regionalne w Krokowej und der Gemeinde Krokowa. Besonders in Krockow hat sich Lothar Hyss große Verdienste erworben.
Der Unterzeichner hatte die große Freude, mit Lothar Hyss zahlreiche Museen an der unteren Weichsel wie auch Krockow zu besuchen. Hyss bestach mit seiner Herzenswärme und mit seiner reichen Fachkenntnis immer wieder seine Gesprächspartner.
Eine Ausstellung und deren Vorbereitung verdienen eine besondere Erwähnung. Es war die Präsentation Quis ut Deus, die 2000 und 2001 im Ostpreußischen Landesmuseum und im Westpreußischen Landesmuseum gezeigt wurde. Zur Vorbereitung war ein gemeinsamer Besuch bei Pater Roman Ciecholewski, dem Direktor des Pelpliner Diözesanmuseums, notwendig. Denn es sollten erstmals im westlichen Ausland etwa 70 Prozent der sakralen, unschätzbar wertvollen, aus der Zeit des Deutschen Ordens stammenden regionalen Kunstwerke des Diözesanmuseums gezeigt werden. Empfangen wurden wir im Kanonikerhaus Ciecholewkis, das Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. hatte errichten lassen. Eine Episode des Besuchs bleibt dabei unvergeßlich: Pater Ciecholewski umarmte Lothar Hyss und sprach von seinem jungen deutschen Freund; zugleich erwähnte er die von ihm geschätzte deutsche Sprache, die er immer dann nutzte, wenn es darum ging, komplizierte Sachverhalte zu formulieren.
Die Sammlungsbestände des Museums erweiterte Hyss mit Hilfe privater Zustiftungen, aber vor allem mit großzügig bemessenen Projektmitteln des Bundes. Das Museum wurde mit interessanten Sonderausstellungen sowie Vortragsveranstaltungen zum „großen“ Thema Westpreußen vom Publikum angenommen.
Festzuhalten ist, daß Lothar Hyss und sein Museumsteam den ihnen gestellten Auftrag, das kulturelle Erbe der historischen Provinz Westpreußen am Unterlauf der Weichsel der breiten Öffentlichkeit in der Bundesrepublik Deutschland und in Europa sowohl im Wolbecker Drostenhof als auch im früheren Franziskanerkloster in Warendorf zu vermitteln, mit großer Leidenschaft und Engagement erfüllt haben. Nachhaltige Unterstützung erhielt das Museumsteam von der seit 2005 am Museum tätigen Kulturreferentin Magdalena Oxfort.
Ob das unter der jetzigen Museumsleitung und den derzeitigen Strukturen der Trägerstiftung so bleibt, sei dahingestellt.
Für seine außerordentlichen Leistungen im und für das Museum, aber auch für seinen Einsatz zum Erhalt der Kultur Westpreußen haben die zahlreichen Freunde Lothar Hyss´ zu danken. Ein ehrendes Gedenken ist dem Menschen Lothar Hyss gewiß! Mit ihm haben wir, die wir mit ihm zusammengewirkt haben, einen aufrichtigen, lieben Freund verloren.

Westpreußisches Landesmuseum – die Würfel sind gefallen…???

Wie sieht die Zukunft dieses renommierten Museums aus?(
     (Erstveröffentlichung im AGOMWBW-Rundbrief Nr. 805 vom 02.12.2021)

Am 24. August 2021 bestimmte die Kulturstiftung Westpreußen (KSW) den Nachfolger für den langjährigen Leiter des Westpreußischen Landesmuseums – Dr. Lothar Hyss.
Abgesehen davon, daß die KSW es leider nicht für nötig befunden hat, Lothar Hyss in einer würdigen Form zu verabschieden, hat sie sich in einem intransparenten und durchaus anfechtbaren Verfahren für eine Bewerberin entschieden, die diverse Anforderungen der vorausgegangenen Ausschreibung nicht erfüllt.
PD Dr. Gisela Parak, die neue Leiterin des Westpreußischen Landesmuseums werden soll, hat Kultur- und Kunstgeschichte studiert. Da ihr Forschungsschwerpunkt in der Fotogeschichte liegt, wird sie im Bereich der westpreußischen Kultur- und Landesgeschichte wohl Neuland betreten. Sie wird es wahrscheinlich – trotz ihrer in anderen Fachgebieten ausgewiesenen Kompetenz - schwer haben, die Erwartungen zu erfüllen, die ein Landesmuseum, das eine bedeutende historische ostdeutsche Provinz repräsentiert, an seine Leitung stellt, zumal in diesem Fall die sprachliche Kompetenz fehlt, die eine in die Zukunft gerichtete und weiter führende Kooperation mit polnischen Museen an der unteren Weichsel ermöglicht.
Von einer Intransparenz des Auswahlverfahrens läßt sich insofern sprechen, weil der Stiftungsrat, dem nach § 7, Abs. 2 f die Einstellung und Entlassung des Museumsleiters obliegt, in der Auswahlkommission Personen beteiligte, die dem Rat nicht angehören. Ein derartiges Verfahren sieht die geltende Satzung nicht vor.
Nur wenige Personen haben sich für die Leitung des Westpreußischen Landesmuseums beworben. Nach welchen Kriterien der Stiftungsrat dann aus den vorliegenden Bewerbungen die Kandidaten zur Vorstellung einlud bzw. nicht einlud, bleibt unerfindlich. Ein Bewerber konnte sich bei dem Vorstellungsgespräch des Eindrucks nicht erwehren, als sei die Auswahl unter den Bewerbern bereits im Voraus getroffen worden. Und eine andere höchst kompetente, aber nicht zur Vorstellung gebetene Kandidatin schrieb dem Verfasser u. a., sie habe bis dato (28.09.2021) keine Rückmeldung von dem Vorsitzenden der Auswahlkommission erhalten, daß ihre Bewerbung unberücksichtigt geblieben sei. Zudem führte sie aus, es hätte die Auswahlkommission nur einige Online-Gespräche gekostet, damit alle Bewerber/Innen den Eindruck hätten, seriös behandelt zu werden. Resignierend stelle sich ihr die Frage, ob [es] sich denn wirklich lohnen wird, weiter den Kopf mit unseriösen Menschen [gemeint ist die Auswahlkommission] zu belasten? Für sie sei esjedoch eine große Genugtuung, gemeinsam mit weiteren Mitgliedern der Kulturgemeinschaft „Borussia“ in Allenstein (1990 gegründet; die „Borussia“ dokumentiert u. a. die vollständige und unverfälschte lokale Geschichte, zu der die Schicksale von Polen und Deutschen, Juden und Litauern, Ukrainern und Weißrussen sowie aller weiteren ethnischen Gruppen und Individuen gehören, die im Laufe der Jahrhunderte einvernehmlich und mitunter auch in tragische Konflikte verwickelt in Ostpreußen gelebt haben) am 7. Oktober den Hauptpreis des Georg-Dehio-Kulturpreises 2021 im Deutschen Kulturforum östliches Europa in Potsdam zu empfangen. Hervorzuheben ist die Begründung der siebenköpfigen Jury: Sie sprach den Hauptpreis der Kulturgemeinschaft Borussia zu für ihr über drei Jahrzehnte währendes Engagement der Bewahrung und Vermittlung des kulturellen Erbes in der Woiwodschaft Ermland- Masuren.
Für den Fall, daß der Einstellungsvertrag mit der neuen Museumsleitung noch nicht unterschrieben wurde, bleibt die Hoffnung, die Verantwortlichen in der KSW werden sich zu einer Wiederholung der Ausschreibung entschließen.

Fortsetzung des Beitrags zum Westpreußischen Landesmuseum: Erstveröffentlichung im AGOMWBW-Rundbriefs Nr. 805 vom 02.12.2021

In der Tat: Die Würfel sind gefallen. In der Presseerklärung vom 14. Oktober 2021 teilte die Kulturstiftung Westpreußen mit, daß der Stiftungsrat Frau Dr. Gisela Parak einstimmig zur neuen Direktorin des Westpreußischen Landesmuseums in Warendorf gewählt habe. Damit sei er dem einhelligen Votum einer von ihm eingesetzten siebenköpfigen Kommission, die von Repräsentanten der Trägerstiftung und der Fördergeber sowie externen Beratern gebildet worden war, gefolgt. Frau Dr. Parak, die am 2. November ihren Dienst in Warendorf angetreten hat, lasse, wie der Stiftungsratsvorsitzende Ulrich Bonk, hervorhob, vielversprechende Voraussetzungen dafür erkennen, „dass sich das Westpreußische Landesmuseum unter ihrer Leitung stärker die Perspektiven der aktuellen Museologie erschließen wird, eine größere Außenwirkung erzielt und nicht zuletzt zukunftsfähige Strukturen zu entwickeln vermag“. Der am Westpreußischen Landesmuseum Interessierte fragt sich allerdings, wie diese Erwartungen realisiert werden sollen, denn der Forschungsschwerpunkt der neuen Leiterin liegt in der Fotogeschichte, sie betritt somit im Bereich der westpreußischen Kultur-und Landesgeschichte Neuland und wird es – trotz ihrer in anderen Fachgebieten ausgewiesenen Kompetenz - schwer haben, die Erwartungen zu erfüllen, die ein von der öffentlichen Hand im Rahmen von § 96 des Bundesvertriebenengesetzes institutionell gefördertes Landesmuseum, das eine bedeutende historische ostdeutsche Provinz repräsentiert, an seine Leitung stellt, zumal auch die polnische Sprachkompetenz fehlt, die eine in die Zukunft gerichtete und weiter führende Kooperation mit polnischen Museen an der unteren Weichsel ermöglicht.
In einem Offenen Brief an Frau Staatsminister Monika Grütters vom 21. Oktober 2021 wurde die Gesamtproblematik Westpreußisches Landesmuseum, Außenstelle Krockow/Krokowa, sowie die Trägerin des Westpreußischen Landesmuseums, die Kulturstiftung Westpreußen, ausführlich dargestellt. In diesem Zusammenhang wurde auch die Bitte geäußert, die Leitungsstelle für das Museum erneut auszuschreiben.

Nachstehend der Wortlaut des Offenen Briefes:

Sehr geehrte Frau Staatsminister,
sehr verehrte Frau Professor Grütters,

in Angelegenheiten des Westpreußischen Landesmuseums hatte ich mich bereits am 26. Mai d. J. an Sie gewandt. Erneut wende ich mich an Sie, dieses Mal in Form eines Offenen Briefes.
Mein Studium und meine Promotion waren dem mittelalterlichen Preußenland, das der Deutsche Orden geprägt hat, gewidmet. Fast mein ganzes Berufsleben galt der gleichen Region. Es berührt mich daher zutiefst, erleben zu müssen, daß das Westpreußische Landesmuseum (weiter WLM), das Kultur und Geschichte dieser Region der Öffentlichkeit vermittelt, in seiner Existenz bedroht ist. Das gilt auch für die vielfältigen Kontakte des WLM zu zahlreichen polnischen Museen an der unteren Weichsel wie auch zu seiner Außenstelle in Krockow/Krokowa.                                                                                                             
Drei Sachverhalte möchte ich Ihnen vortragen:

1. Neubesetzung der Leiterstelle im WLM

2. Das Verhältnis der Trägerstiftung Kulturstiftung Westpreußen (weiter KSW) zum WLM

3. Unzulässiges Einwirken des Vorstands der KSW in Belange der Außenstelle Krockow

Zu 1. Im Mai erfolgte die Ausschreibung der Leitungsstelle des WLM. Am 24. August fanden die Bewerbergespräche statt. Nicht alle Bewerber wurden bis heute vom Stiftungsratsvorsitzenden darüber informiert, daß sie unberücksichtigt blieben. Ein unverständliches Verhalten des Vorsitzenden!
Der Stiftungsrat folgte mit seiner einstimmigen Entscheidung dem ebenfalls einhelligen Votum – darüber informierte eine Pressemitteilung der KSW vom 14.10.2021 – einer von ihm eingesetzten siebenköpfigen Kommission, die von Repräsentanten der Trägerstiftung und der Fördergeber sowie externen Beratern gebildet worden war. Diese siebenköpfige Kommission bestand nur aus Mitgliedern des Stiftungsrates einschließlich des Vorsitzenden. Ein weiterer landsmannschaftlicher Vertreter kam hinzu, dazu der Leiter eines Bundesinstituts. Diese Kommission entschied sich für Frau Dr. Gisela Parak, eine wissenschaftlich hervorragend qualifizierte Persönlichkeit mit Forschungsschwerpunkt Fotogeschichte. Seit 2013 leitete sie unter anderem das Museum für Photographie Braunschweig e. V. und das Forschungsprojekt „Bergbaukultur im Medienwandel – Fotografische Deutungen von Arbeit, Technik und Alltag im Freiberger Raum“ an der TU Bergakademie Freiberg. Seit Juli 2019 betreute sie den Forschungsbereich „Visual history“ am Deutschen Schifffahrtsmuseum Bremerhaven. Frau Dr. Gisela Parak erwartet in Warendorf eine neue Herausforderung, nunmehr in einem historisch-landeskundlichen Museum mit vielfältigen Kontakten zu Polen, vor allem aber zu der Außenstelle des WLM in Krockow. Hier fehlen ihr – das muß angemerkt werden – alle Voraussetzungen, auch die absolut notwendige polnische Sprachkompetenz ist nicht vorhanden. Wo sich die vielversprechenden Voraussetzungen erkennen lassen, wie der Stiftungsratsvorsitzende in der Presseerklärung hervorhebt, daß sich das Westpreußische Landesmuseum unter ihrer Leitung stärker die Perspektiven der aktuellen Museologie erschließen wird, eine größere Außenwirkung erzielt und nicht zuletzt zukunftsfähige Strukturen zu entwickeln vermag, bleibt indes offen. Zu konstatieren ist, daß eine Reihe von Punkten der Stellenausschreibung nicht erfüllt wird. Der Stiftungsratsvorsitzende Ulrich Bonk erwies sich zuvor als beratungsresistent gegenüber Vorschlägen, die ihm von kompetenter Seite hinsichtlich einer Präzisierung des Ausschreibungstextes auf die spezifischen Belange des WLM zugingen.
Ich erlaube mir, zu dem praktizierten Auswahlverfahren aus einem mir zugeleiteten Schreiben einer polnischen Mitbewerberin zu zitieren, das mich zutiefst berührt hat:
Meine Anmerkungen zum Auswahlverfahren betreffen folgende Tatsachen und Eindrücke: Nach der Ausschreibung, auf die man sich vom 19. Mai bis 19. Juni bewerben konnte, musste man lediglich einen Lebenslauf und entsprechende Zeugnisse einsenden. Das hat mich gewundert, denn z.B. in Polen muss man auch eine Skizze/ein Konzept für die Weiterentwicklung der Institution erarbeiten, dafür werden in der entsprechenden Behörde alle Unterlagen zu der Institution ausgelegt. Dann werden idealerweise die Kandidaten mit ihren Konzeptionen zu weiteren Gesprächen eingeladen. Daher konnte ich annehmen, dass von der KSW zuerst alle Kandidaten, die in ihrem Lebenslauf 80 Prozent der Bedienungen erfüllen, zu weiteren Gesprächen eingeladen werden.
Das war nicht der Fall und daher entsteht mein Eindruck, dass die Ausschreibung ein Vorwand für eine bereits getroffene Entscheidung gewesen war. Daher würde ich gerne wissen, wie viele Bewerbungen es gegeben hat, wie viele KandidatInnen die Bedingungen erfüllten und wie viele von ihnen zu weiteren Gesprächen tatsächlich eingeladen wurden? Zum Verlauf von Gesprächen sollte auch eine Dokumentation vorhanden sein - bei solch niedrig angesetzten "Eingangskriterien" sollten dann die Gespräche eine vertiefte Diskussion über die Lage und Zukunftsvision des WLM darstellen.
Ich fühle mich zutiefst empört über die Ignorierung von meiner Bewerbung, da ich alle Kriterien erfüllte. Ich wurde weder informiert noch eingeladen. Herr Bonk als Stiftungsratsvorsitzender antwortete auf meine Anfragen erst am 1. Oktober. Er verwendete in seiner Korrespondenz meinen Doktortitel nicht, daher mein Eindruck, dass man nicht einmal meine Unterlagen mit dem Doktordiplom geprüft hat. Man könnte ironisch meinen, dass die Kenntnisse über Westpreußen und der Landessprachen eben zum Hindernis wurden.
Ein weiterer Kritikaspekt betrifft die fehlende Kompatibilität zwischen den starken Seiten der neuen Direktorin und der Spezifik von Westpreußen. Es geht nicht nur um ihre absolut fehlende Sprachkompetenz und ihren Mangel an Geschichtswissen. Es geht auch um die Einstellung zur Minderheitsfragen (Kaschuben) oder auch zu der dunklen Rolle der deutschen Nachbarn im Zweiten Weltkrieg (Piasnitz), um die Problematik der Grenzregion und der Freien Stadt Danzig. Das sind Fragen, die im polnischen Diskurs stets aktuell sind. Solches Wissen ist nicht in einem Jahr zu erwerben. Weiter: Wie sehen ihre Kontakte zu polnischen und kaschubischen Museen aus? Fazit: Die Einstellung einer Person ohne den Background in Minderheits- und Grenzregionfragen ist als Ausdruck des modernen deutschen Kolonialismus im Osten anzusehen. Genauso hatte man im 19. Jahrhundert deutsche Priester und Lehrer nach Westpreußen geschickt, die kein Verständnis für das "niedrige Volk" besitzen mussten. Vielleicht geht meine Analogie zu weit, denn Frau Dr. Parak geht nicht nach Polen, um die Kaschuben zu belehren, aber Sie verstehen, was ich meine. Ich habe stets bedauert, dass nicht alle wissenschaftlichen MitarbeiterInnen des WLM über Polnischkenntnisse verfügten und nie nach Polen reisten (ich werfe Herrn Dr. Hyss vor, dass er Frau Fethke oder Herrn Steinkühler nie mitgenommen hat).
Und letztens: Ist es für Frau Dr. Parak eine Ehre zu wissen, dass sie in einem völlig undurchschaubaren Verfahren, mit Ausschließen von anderen potentiellen Kandidaten, gewonnen hat?

Zu 2. Das Verhältnis zwischen WLM und der Trägerstiftung KSW war bis zur Neuausrichtung der Stiftung 2013 harmonisch. Dr. Lothar Hyss baute als Museumsleiter Ausstellungen, Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit systematisch aus. Zugleich war er sehr erfolgreich in der Zusammenarbeit mit seiner Außenstelle in Krockow; unter seiner verantwortlichen Leitung wurden zudem zahlreiche Kooperationsvereinbarungen mit polnischen Museen der Region Westpreußen geschlossen. Ihm kamen seine muttersprachlichen Polnischkenntnisse zugute. Nach 2013 verschlechterte sich das Verhältnis der neu organisierten KSW und dem WLM zusehends. Ein Evaluationsbericht der KSW vom 18.02.2017 zur Tätigkeit des WLM nach Wiederbeginn seiner Tätigkeit an dem neuen Standort Warendorf stellte den Höhepunkt des Zerwürfnisses mit dem Museum dar; die Vorwürfe widerlegte das Museum in seiner Entgegnung vom 25.04.2017. Die Spannungen mit der KSW verursachten letztlich den gesundheitlichen Zusammenbruch des Museumsleiters; dies führte zu seinem vorzeitigen Ruhestand im April 2021.

Zu 3. Mit rd. 85% finanziert der Bund das WLM institutionell. Jährlich erstellt das WLM im Benehmen mit dem Haushaltsreferat K 14 seinen Wirtschaftsplan, ebenso jährlich den Verwendungsnachweis. Museumsleiter bzw. Verwaltungsleiterin sind nach § 9 BHO Beauftragte für den Haushalt ihrer Einrichtung. Auch wenn die Satzung in § 10 (2) b) festlegt, Aufgabe des Vorstands sei die Erstellung des Wirtschaftsplanes vor Beginn und der Jahresrechnung mit Vermögensübersicht nach Ende des Geschäftsjahres, ist diese Aufgabenzuweisung irrelevant, da sie aus Zeiten herrührt, als der Bund das Museum noch nicht institutionell förderte. Die Satzung erfordert eine umgehende Korrektur. Der Eingriff der Vorstandsvorsitzenden in Haushaltsangelegenheiten, die allein das Museum aufgrund seiner Zuständigkeit nach § 9 BHO zu regeln hat, ist somit unzulässig. Das gilt insbesondere auch für ein KSW-Schreiben an die Schloßdirektorin in Krockow vom 04.10.2021. Sie verwaltet die deutschen Mittel, die zum Betrieb der Außenstelle des WLM von der deutschen Seite bereitgestellt werden. Zweifelsfrei sind die deutschen Mittel nicht durchweg zweckentsprechend im letzten Jahr verwendet worden. Geschuldet ist dies u. a. der Unkenntnis der seit 2019 neu installierten Schloßdirektorin, aber auch der existentiellen Bedrohung der gesamten Einrichtung in Krockow durch die Coronakrise. Statt die bestehende Problematik über Vertrauen bildende Gespräche des WLM mit der Krockower Schloßverwaltung abzuklären, fordert die nicht zuständige Vorstandsvorsitzende der KSW die polnische Seite in dem rüden und stillosen o. g. Schreiben vom 04.10. zur Rückerstattung eines Teilbetrages der deutschen Zuwendung des Jahres 2020 auf. Zugleich überlegt sie, wie Leihgaben des WLM zurückgeführt werden können. Der Eindruck, den dieses Schreiben erweckt, die deutsche Seite wolle die seit mehr als 20 Jahren bestehende vertrauensvolle Kooperation zwischen dem WLM und seiner Außenstelle sowie dem Regionalmuseum Krockow beenden, ist verheerend und muß rasch korrigiert werden.

Welche Schlußfolgerungen müßten aus dem Gesagten gezogen werden?
  1. Die Leitungsstelle des WLM sollte nochmals ausgeschrieben werden. Zur Wahrung der Neutralität des Verfahrens ist eine Personalauswahlagentur mit der Ausschreibung und Personalauswahl zu beauftragen. Für Frau Dr. Gisela Parak, deren Vertrag – zunächst geltend für eine zweijährige Probezeit – unterschrieben wurde, könnte mit Sicherheit im nachgeordneten Bereich des BKM eine Leitungsstelle bereitgestellt werden, die auf ihren bisherigen beruflichen Werdegang zugeschnitten ist und ihr somit auch persönlich entgegenkommt. Die von dem Stiftungsrat der KSW getroffene Entscheidung ist intransparent und angreifbar. Denn Mitbewerber besitzen zumindest die gleiche Qualifikation wie Frau Dr. Gisela Parak. Sie haben zudem den Vorteil, ihre Erfahrungen in einer vom Bund nach § 96 Bundesvertriebenengesetz (BVFG) geförderten landeskundlich-historischen Museumseinrichtung gesammelt zu haben. Überdies besitzen sie gegenüber Frau Dr. Gisela Parak den entscheidenden Vorzug, die polnische Sprache in Wort und Schrift zu beherrschen.
     
  2. Die KSW ist nicht zeitgemäß. Sie sollte in eine reine Museumsstiftung nach dem Muster der Stiftung Pommersches Landesmuseum umgewandelt werden. Dazu gehören: Der Vorstand ist zu verschlanken auf drei Personen mit dem Museumsleiter als Vorsitzendem, einem Vertreter der Stadt Warendorf und einem Vertreter der Familie Horst-mann, in deren Eigentum sich das Klosterensemble als Sitz des WLM befindet. Der Stiftungsrat ist zu begrenzen auf 5 Personen (4 Vertreter der das WLM finanzierenden öffentlichen Hand, 1 Vertreter der Landsmannschaft, letzterer darf nicht der geborene Stiftungsratsvorsitzende sein).
     
  3. Der KSW mit ihrem Vorstand ist zu verdeutlichen, daß sie sich aus allen Bereichen, die den Haushalt des WLM betreffen, heraushalten muß. Sie hat sich ausschließlich auf die ihr nach der Satzung zugewiesenen Aufgaben mit Ausnahme von § 10 (2) b)  zu konzentrieren

Ich hoffe und wünsche, daß Sie sich in Ihrer dem Ende zugehenden Amtszeit nachhaltig für das Fortbestehen des WLM und damit auch für die ungefährdete Weiterentwicklung der nachbarschaftlichen deutsch-polnischen Kooperation zwischen Warendorf und vor allem Krockow verwenden werden.

Die Antwort erfolgte seitens des Fachreferats in der für eine oberste Bundesbehörde ungewöhnlichen Form einer Email. Lapidar wurde festgehalten, daß offene Briefe seitens der Bundesregierung nicht beantwortet werden. Gleichwohl wurden mir Falschbehauptungen und Fehlbewertungen unterstellt, ohne dies zu begründen. Überdies hielt man mich dazu an, unter Hinweis auf das beamtenrechtliche Mäßigungsgebot, von weiteren Schreiben in dieser Angelegenheit abzusehen. Ich wies das zurück mit Hinweis darauf, mir unterstellte Falschbehauptungen bzw. Fehldeutungen zeigten nur, daß man meine Ausführungen entweder nicht verstanden hatte oder verstehen wollte. Mit der beamtenrechtlichen Drohgebärde werde zudem versucht, mein verfassungsrechtlich garantiertes Recht auf Meinungsfreiheit einzuschränken.
Inzwischen amtiert Frau Dr. Parak seit mehr als einem Monat als Direktorin des WLM. Die Website des Museums wurde neugestaltet, bringt aber wenig Neues. Unter SITEMAP lassen sich alle Aktivitäten des Museums der vergangenen Jahre nachverfolgen, so auch die von Dr. Hyss begründeten Partnerschaften bzw. Kooperationen zu acht polnischen Museen. Auffällig ist,  daß unter der Rubrik DAS WESTPREUSSISCHE LANDESMUSEUM UND SEINE AUSSENSTELLE IN KROCKOW/KROKOWA SEIT 1999 ausführlich auf Krockow eingegangen wird. Das betrifft allerdings nur die Vergangenheit; die Gegenwart, die nicht nur die museale Einrichtung Krockows akut gefährdet, wird in keiner Weise erwähnt. Die gezeigten Fotos des Schlosses, eines Danzigzimmers – Leihgabe des WLM – sowie eines Ausstellungsdetails der Schlacht von Schwetzin von 1462, die das Krockower Regionalmuseums 2018 produziert hatte, sind Vergangenheit. Denn mit dem Fortgang der letzten Museumsleiterin Krockows im August 2020 verfügt das Regionalmuseum über keine kompetente Leitung, die in der Lage wäre, Ausstellungen und sonstige Veranstaltungen zu organisieren oder – wie von 1999 bis 2020 - deutschsprachige Führungen anzubieten. All das, was das WLM und die Museumsleitungen des Krockower Regionalmuseums/Außenstelle WLM in den vorausgegangenen 20 Jahren mit Verve geschaffen haben, scheint nunmehr Makulatur zu sein. Und die Coronakrise trägt das Ihrige dazu bei, daß in naher Zukunft die Aussicht auf Besserung offen ist.
Nicht zuletzt ist die Kulturstiftung Westpreußen dafür verantwortlich zu machen, daß die Kooperation mit Krockow in Frage gestellt ist. Dafür einige Beispiele:

  1. Die Krockower Schloßleitung gratulierte am 3. November 2021 der neuen Direktorin in Warendorf. In der Antwort hieß es seitens der Leiterin des WLM dann u. a.: Bitte wenden Sie sich zgl. der Kooperation an Frau Dr. Reisinger-Weber [die Vorstandsvorsitzende der KSW], die hier zuständig ist. Die Warendorfer Museumsleitung entläßt sich somit aus ihrer Verantwortung für Krockow.
  2. Ulrich Graf v. Krockow, maßgeblich Mitverantwortlicher in Krokowa/Krockow, versuchte nach Übernahme der Museumsverantwortung in Warendorf mit Frau Dr. Parak telefonisch in Kontakt zu treten. Das lehnte Frau Dr. Parak kategorisch ab.
  3. Mitbedingt durch die Coranakrise wurden 2020 bei der Prüfung des Verwendungsnachweises der Bundeszuwendung für Krockow Unstimmigkeiten festgestellt. Die KSW in Person von Frau Dr. Reisinger-Weber forderte rigoros € 8.500 von der Schloßverwaltung Krockow zurück. Diese Rückzahlungssumme hätte das wirtschaftliche Aus für den gesamten Schloßbetrieb bedeuten können. Abgesehen von der Problematik, ob die KSW rechtlich die Rückforderung vornehmen durfte und dies nicht zu dem Zuständigkeitsbereich der Verwaltung des WLM gehörte – sie trägt als Beauftragte für den Haushalt nach § 9 BHO die Verantwortung – fragt man sich, ob nicht eine angemessenere Vorgehensweise zu prüfen gewesen wäre. Wenn Frau Dr. Reisinger-Weber überdies fordert, die Leihgaben des WLM, die in Krockow gezeigt werden, seien Anfang 2022 nach Warendorf zurückzuführen, läßt sich daraus ableiten, die KSW wolle einseitig die jahrelang erfolgreiche Kooperation mit Krockow aufkündigen. Ein konkreter Grund ist nicht erkennbar, zudem steht das Ansinnen des KSW-Vorstands in absolutem Widerspruch zu den Angaben auf der Website des WLM unter DAS WESTPREUSSISCHE LANDESMUSEUM UND SEINE AUSSENSTELLE IN KROCKOW/ KROKOWA SEIT 1999.

Etwa 14 Tage nach Dienstantritt Frau Dr. Paraks führte das Organ der Westpreußischen Gesellschaft – Landsmannschaft Westpreußen e.V.  Der Westpreuße – Unser Danzig mit ihr ein Interview. Die in der ersten Folge (siehe AGOMWBW-Rundbrief Nr. 805) geäußerte Befürchtung, Frau Dr. Parak werde möglicherweise nicht die geeignete Nachfolgerin von Dr. Lothar Hyss sein, scheint sich zu bestätigen: Ihre historischen Kenntnisse zur Region sind sicher ausbaufähig. Dazu einige Beispiele: Westpreußen, das Territorium, das im Zweiten Thorner Frieden 1466 an die Krone Polens fiel, gelangte 1772 unter der Bezeichnung Neupreußen weitgehend nach der von Rußland betriebenen Teilung Polens an Preußen und stellte damit die Landverbindung zwischen Ostpreußen und Brandenburg her. Als Provinz Westpreußen tritt dieses Neupreußen erst 1773 und nicht 1772 auf.
Das Westpreußische Landesmuseum will künftig die Kolonisierung des Ostens kritisch erörtern und die Ostpolitik Friedrichs des Großen am Beispiel Westpreußens analysieren. Was Frau Dr. Parak meint, bleibt ungewiß. Der Begriff „Kolonisierung des Ostens“ ist verfehlt, dafür steht der wissenschaftliche Terminus „mittelalterliche Ostsiedlung“. Eine „kritische“ Erörterung dieses Phänomens im Museum ist sicher nicht der richtige Ort. Was unter Ostpolitik Friedrichs des Großen verstanden werden soll, bleibt unerklärt. Oder sollte dies nur eine Reminiszenz an die Brandt/Scheelsche Ostpolitik sein? Kryptisch heißt es dann im Interview: Vor allem fehlt im Museum belang auch eine Vertiefung der polnischen Perspektive. Die Annexion Westpreußens kann heute nicht mehr aus der Perspektive einer veralteten deutschen Geschichtsdeutung heraus erzählt werden. Abgesehen davon, daß dies der einzige Bezug des WLM zu Polen ist, wie soll die polnische Perspektive mit der Annexion Westpreußens vertieft werden? Die Sinnhaftigkeit der drei polnischen Teilungen (1772, 1793 und 1795) ist längst wissenschaftlich ausdiskutiert und muß nicht vom WLM wiederholt werden. Sinnhafter wäre es gewesen, wenn Frau Dr. Parak auf die insbesondere von der KSW verursachten gestörten Verhältnisse zwischen Außenstelle/Regionalmuseum Krokowa/Krockow und ihrem Hause, dem WLM, eingegangen wäre. Ein Eingehen auf die künftigen Beziehungen des WLM zu den anderen, vom Bund geförderten Landesmuseen erfolgt nicht, etwa wie die Museen Ausstellungen untereinander austauschen könnten. Auch erwähnt die neue Museumsleitung mit keiner Silbe das am Museum angesiedelte Kulturreferat und wie dessen weit nach Polen reichenden Kapazitäten für die Museumsarbeit gemeinsam genutzt werden können.

Gleichwohl sollte die Hoffnung auf ein Umdenken innerhalb der KSW und der Museumsleitung nicht aufgegeben werden und somit die Fortsetzung der Kooperation des WLM mit seiner Außenstelle Krockow/Regionalmuseum Krokowa auch zukünftig möglich sein. Gleiches gilt für die zahlreichen von Dr. Hyss begründeten Kooperationen mit befreundeten polnischen Museen an der unteren Weichsel im Sinne einer guten deutsch-polnischen Nachbarschaft.

Dr. Jürgen Martens

Museumsleiter Dr. Lothar Hyss hat das Westpreußische Landesmuseum verlassen

Das Westpreußische Landesmuseum entwickelte sich aus dem von dem Elbinger Hans-Jürgen Schuch 1975 gegründeten Dokumentations- und Kulturzentrum Westpreußen. Es fand seinen Sitz im Wolbecker Drostenhof, dessen Erhalt vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) sichergestellt wurde. Der LWL hatte 1962 eine Patenschaft mit der Landsmannschaft Westpreußen begründet; von daher ergaben sich enge Kontakte, die zunächst auf das Dokhyss_beckumumentationszentrum, später auf das entstehende Westpreußische Landesmuseum ausgeweitet wurden.
Am 1. April 1998 übernahm Lothar Hyss von Hans-Jürgen Schuch die Leitung des Westpreußischen Landesmuseums. Lothar Hyss, 1960 im oberschlesischen Friedrichsfelde geboren, mußte mit seinen Eltern zunächst in seiner schlesischen Heimat verhyss_beckumbleiben, bevor der Familie die Ausreise nach Deutschland genehmigt wurde. Hyss´ Vater gehörte zur Gruppe deutscher Spezialisten, die die Polen zum Aufbau Schlesiens in ihrem Sinne benötigten. Die späte Übersiedlung war der Grund, daß Hyss Polnisch als zweite Muttersprache in Wort und Schrift beherrscht. Das deutsche Abitur machte er nach und studierte in Bonn Kunstgeschichte. Er promovierte zum Thema Goethe und das Residenzschloß in Weimar. Auf das Studium folgte ein Praktikum im Haus Schlesien. Nach dem Praktikum wurde er im Haus Schlesien fest angestellt und arbeitete zehn Jahre in dem renommierten Haus in Königswinter. Die Ausschreibung der Leitungsstelle im Westpreußischen Landesmuseum sah Hyss als Chance, er bewarb sich auf diesen Dienstposten und war erfolgreich.
Hans-Jürgen Schuch hatte kurz nach der Wende die erste Kooperation mit einem polnischen Museum, dem Muzeum Okrêgowe w Toruniu/Bezirksmuseum Thorn begonnen. Gezeigt wurde in Wolbeck die Ausstellung Thorn/Toruñ – Alte Ansichten der Stadt. Diese Verbindung zu polnischen Museen an der unteren Weichsel wurde in der Folge zur Leidenschaft von Lothar Hyss. Über Kooperationsverträge baute er die Verbindung zu polnischen Museen systematisch aus. Zu den wichtigsten Kooperationspartnern des Westpreußischen Landesmuseums (in der Folge: WLM) gehören u. a.:

Das Nationalmuseum in Danzig / Muzeum Narodowe w Gdañsku
Das Historische Museum der Stadt Danzig / Muzeum Historyczne Miasta Gdañska
Das Schlossmuseum in Marienburg / Muzeum Zamkowe w Malborku
Das Diözesanmuseum in Pelplin / Muzeum Diecezjalne w Pelplinie
Das Museum in Graudenz / Museum w Grudzi¹dzu
Das Museum in Preußisch Stargard / Muzeum w Starogardzie Gdañskim

Ein besonderes Anliegen des WLM und von Lothar Hyss war seit 1999 die Errichtung und der Betrieb einer Außenstelle in Krockow/Krokowa, unweit von Danzig. Sie dient der Erforschung und Darstellung der regionalen Geschichte und Kultur von Polen, Deutschen und Kaschuben. Dies gelang über eine enge Zusammenarbeit mit der Stiftung Europäische Begegnung/Kaschubisches Kulturzentrum in Krockow/Krokowa, dem Regionalmuseum Krockow/Muzeum Regionalne w Krokowej und der Gemeinde Krokowa. Besonders in Krockow hat sich Lothar Hyss große Verdienste erworben.
Die Sammlungsbestände im Drostenhof erweiterte Hyss zügig mit Hilfe privater Zustiftungen, aber vor allem mit großzügig bemessenen Projektmitteln des Bundes. Das Museum wurde mit interessanten Sonderausstellungen sowie Vortragsveranstaltungen zum „großen“ Thema Westpreußen und vor allem mit sommerlichen Festlichkeiten vom Publikum angenommen. Doch bald zeigte sich, daß der Drostenhof als Sitz des Museums dem ICOM-Standard nicht mehr genügte. Er bedurfte einer grundlegenden Renovierung mit energetischen Sofortmaßnahmen. Es fehlten Ausstellungsflächen und die notwendige Barrierefreiheit. Um die geplante Modernisierung sicherzustellen, konnte das nur über einen 25jährigen Mietvertrag erreicht werden. Dazu sah sich der Vermieter nicht in der Lage. Lothar Hyss nutzte daher seine guten Kontakte zur Unternehmerfamilie Horstmann. Sie hatte das Warendorfer Franziskanerkloster erworben, und Hyss gelang es, dieses spätmittelalterliche Klosterensemble nach einem entsprechenden Umbau langfristig für das WLM als neuen Museumsstandort anzumieten. Der Umzug von Wolbeck nach Warendorf folgte 2013; schließlich: Am 5. Dezember 2014 wurde das WLM in den historischen Klostermauern in Warendorf wieder eröffnet.
Das WLM präsentierte nach der Wiedereröffnung spektakuläre Sonderausstellungen mit inhaltsreichen Begleitveranstaltungen, die auf nachhaltiges Publikumsinteresse stießen. Einige wesentliche Ausstellungen seien genannt:

Das Niegehörte sichtbar machen – Die Bilderwelten des Günter Grass (25.06.-30.10.2016)
Das Nationalmuseum Danzig zu Gast in Warendorf – Schätze aus der Gemäldesammlung (01.06.-15.10.2017)
Auf beiden Seiten der Barrikade: Fotografie und Kriegsberichtserstattung im Warschauer Aufstand 1944 (21.11.2019-08.03.2020)
1920 – eine Provinz verschwindet (25.06.-18.10.2020)
Vergessen, aber nicht verloren – Deutsche Künstler und Künstlerinnen im Exil 1933 – 1945 (10.12.2020-11.04.2021)

Inmitten der Corona-Pandemie präsentiert das WLM seine Schätze mittels virtuell gestalteter Rundgänge.

Eine ganz spezielle Ausstellung, die mit dem Titel Quis ut Deus 2000 und 2001 im Ostpreußischen Landesmuseum und im WLM gezeigt wurde, sei noch erwähnt. Pater Roman Ciecholewski, Direktor des Pelpliner Diözesanmuseums, zeigte erstmals im westlichen Ausland etwa 70 Prozent seiner sakralen, unschätzbaren, aus der Zeit des Deutschen Ordens stammenden Kunstwerke der Region. In der Vorbereitung dieser Präsentation fand ein Besuch bei Pater Ciecholewski in seinem unter dem Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. errichteten Kanonikerhaus statt. Eine Episode bleibt unvergeßlich: Pater Ciecholewski umarmte Lothar Hyss und sprach von seinem jungen deutschen Freund; zugleich erwähnte er die von ihm geschätzte deutsche Sprache, die er immer dann nutze, wenn es darum gehe, komplizierte Sachverhalte zu formulieren.
Es darf festgehalten werden, daß Lothar Hyss und sein Museumsteam den ihnen gestellten Auftrag, das kulturelle Erbe der Region Westpreußen am Unterlauf der Weichsel der breiten Öffentlichkeit in der Bundesrepublik Deutschland und in Europa sowohl im Wolbecker Drostenhof als auch im früheren Franziskanerkloster in Warendorf zu vermitteln, mit großer Leidenschaft und Engagement in der Vergangenheit bis heute erfüllt haben und auch weiterhin erfüllen. Daß diese Aufgabenerfüllung nachhaltig von der am WLM seit 2005 tätigen Kulturreferentin Magdalena Oxfort unterstützt wird, darf nicht unerwähnt bleiben.
Für seine außerordentlichen Leistungen im und für das Museum, aber auch für seine Leistungen zum Erhalt der Kultur Westpreußen gilt Lothar Hyss ein herzlicher und aufrichtiger Dank all derer, denen Westpreußen eine Herzensangelegenheit geworden ist. Seine Freunde wünschen ihm Gesundheit und für seinen dritten Lebensabschnitt außerhalb beruflicher Zwänge alles erdenklich Gute.
Ad multos annos!
Es ist erstaunlich, ja geradezu unfaßbar, daß der Museumsträger – die Kulturstiftung Westpreußen – den Museumsleiter Lothar Hyss weder anläßlich seines 60. Geburtstages am 5. März 2020 noch anläßlich seines 20jährigen Dienstjubiläums am 1. April 2018 gewürdigt hat. Die Stiftung überging schweigend diese Jubiläen – ein einmaliger Vorgang! Auch daß Hyss zum April 2021 aus gesundheitlichen Gründen das Leitungsamt im WLM aufgab, übergingen sowohl Landsmannschaft wie auch die Kulturstiftung als Träger. Kein Wort des Dankes und der Anerkennung für den mehr als 20jährigen Dienst im WLM und Einsatz für Westpreußen. Ganz anders agierte die Stiftung Schlesisches Museum zu Görlitz. Via Telefonkonferenz wurde am 6. Mai 2021 Direktor Dr, Markus Bauer in einer eindrucksvollen Feierstunde aus seinem Amt verabschiedet und seine Nachfolgerin eingeführt. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hatte es sich nehmen lassen und nahm an der Feierlichkeit mit einem Grußwort teil.
Nachfolgend einige Bemerkungen zum Verhältnis des Museums zu seiner Trägerstiftung:
Bis 2013 war das Verhältnis zwischen Träger und Museum absolut ungetrübt. In den Anfangsjahren des Museums war es die Stiftung, die einen Großteil der finanziellen Lasten trug. Das änderte sich, als der Bund die Finanzierung des Museums mit der institutionellen Förderung 1990/91 übernahm. Ende 2013 berief die Landsmannschaft Westpreußen für die Stiftung einen neuen Vorstandsvorsitzenden, Der pensionierte Bonner Musikwissenschaftler Professor Dr. Erik Fischer wurde eingeführt. Er hatte in der bis dato fast 40jährigen Geschichte des WML mit dieser musealen Einrichtung nie etwas zu tun gehabt. Er trat im Vorstand rasch autoritär und undemokratisch auf. Kritiker im Vorstand wurden eliminiert und von einer ihm ergebenen Klientel ersetzt. Im übrigen tat Fischer alles, um das Wirken des Museumsleiters und seines Teams nachhaltig zu erschweren - vorsichtig formuliert. Beschriftungstexte und Erläuterungen für die Dauerausstellung entzog Fischer dem Museumsteam und stellte es so dar, als sei das Team der Aufgabe nicht gewachsen, Auch ein Ukas aus Bonn, das Museum sei für die Betextung verantwortlich, half wenig. Der Vorbereitung der Ausstellungseröffnung Ende 2014 war das nicht förderlich! Die gesundheitlichen Probleme Lothar Hyss´ begannen und verstärkten sich, als Fischer 2016 Hyss aus dem Rat der Stiftung Europäische Begegnung/Kaschubisches Kulturzentrum, dem er von Anfang an – auch wegen seiner hervorragenden polnischen Sprachkenntnisse – abberief und sich selbst als deutscher Vertreter in der polnischen Stiftung - wohlgemerkt ohne Kenntnis der polnischen Sprache -  in Szene setzte. Es folgten Abmahnungen des Museumsleiters, die er jedoch ohne Probleme als gegenstandslos zurückweisen konnte. Diese Vorgehensweise der Trägerstiftung hat maßgeblich dazu beigetragen, daß Hyss auf striktes ärztliches Anraten Ende 2020 die vorzeitige Zurruhesetzung beantragte und mit Wirkung 1. April 2021 seine bisherige Wirkungsstätte verließ.
Es ist hier nicht der Ort, auf das nachnachhaltig gestörte Verhältnis des Museumsträgers Kulturstiftung Westpreußen und des WLM näher einzugehen. Doch muß noch sowohl zur Verdeutlichung dieses Problems auf die Präambel des Evaluationsberichts des Vorstands der Kulturstiftung Westpreußen – der unter Federführung von Erik Fischer zustande kam – vom 18.02.2017 verwiesen werden wie auch auf die Stellungnahme des WLM vom 25.04.2017 (den Gründen, weshalb der Evaluationsbericht und die Stellungnahme des WLM gefertigt wurden, ist hier nicht nachzugehen; betont sei aber, daß insbesondere das Museum für seine Stellungnahme wertvolle Synergien einsetzte, die sinnvoller für Ausstellungs- und Katalogtätikeiten hätten genutzt werden müssen).
Der Evaluationsbericht hält u. a. fest, dem Direktor und seinem Team [sei] die Möglichkeit zu geben, nicht nur die zuvor entstandenen erheblichen Zweifel an der Leistungsfähigkeit und der Förderungswürdigkeit des Hauses auszuräumen [Hervorhebung nicht im Original],… Auf diese schwerwiegende und unbewiesene Behauptung reagierte das Museum in seiner Stellungnahme abschließend: Aufgrund seiner durchgängig persönlich geprägten Aussagen, seiner methodischen Mängel sowie der teilweise herabwürdigenden Beurteilungen spricht das WLM diesem Bericht die Seriosität und eine Einstufung als Evaluationsbericht ab. Es ist ein absolut inakzeptabler Vorgang, dass die Kulturstiftung Westpreußen durch diesen Bericht die Förderfähigkeit und letztlich die Existenzberechtigung des von ihr getragenen Museums in Frage stellt. Warum der Stiftungsvorstand, statt einen langen Evaluationsbericht zu fertigen, sich nicht mit dem Museumsteam zusammensetzte, um vermeintliche Mißhelligkeiten gemeinsam zu erörtern und auszuräumen, bleibt unerfindlich.
Bei dieser Konstellation wird es ein Nachfolger Lothar Hyss´ im Amt nicht leicht haben. Die öffentliche Hand – der Anteil des Bundes beträgt rd. 85% – fördert das Museum zu hundert Prozent. Der Beitrag, den Trägerstiftung wie auch Landsmannschaft zusammen leisten, tendiert gegen Null. Gleichwohl ist der landsmannschaftliche Einfluß in den Stiftungsgremien übermächtig. Vorstandsvorsitz und Ratsvorsitz werden von der Landsmannschaft besetzt; zudem kann die Landsmannschaft im Stiftungsrat bei insgesamt 11 Beisitzern, von denen auf die öffentliche Hand 4 Beisitzer entfallen, relativ leicht Abstimmungen zu ihren Gunsten lenken.
Wie problematisch beispielsweise sich das Einwirken des amtierenden Stiftungsvorstands auswirken kann, sind Anweisungen an die Museumsverwaltung – zuständig für die Vereinnahmung und Verausgabung der öffentlichen Mittel – etwa Auszahlungen vorzunehmen. Im Fall der Verweigerung wird mit Abmahnung und Verlust des Arbeitsplatzes gedroht. Dieser Eingriff in die Verwaltungsautonomie des Museums ist durch die Stiftungssatzung nicht gedeckt und daher illegal. Die Museumsverwaltung ist für die Erstellung des jährlichen Verwendungsnachweises, der vom Bundesverwaltungsamt geprüft wird, verantwortlich und nicht der Stiftungsvorstand – auch nicht der ihm angehörende Stiftungsschatzmeister. Für ihn sind keine Zuständigkeiten hinsichtlich der öffentlichen Mittel gegeben.
Der neue Museumsleiter muß von Anfang an dafür Sorge tragen, im Benehmen mit den öffentlichen Zuwendern die Trägerstiftung aus ihrer engen landsmannschaftlichen Bindung herauszulösen. Die öffentliche Hand – vor allem der Bund mit seinem rd. 85prozentigen Förderanteil am jährlichen Etat des Museums – muß künftig die Stiftung dominieren – möglichst in einer eigens errichteten Museumsstiftung. Auch die Position des Museumsleiters in der Trägerstiftung verlangt eine Aufwertung. Er darf nicht länger als Vorstandsmitglied minderen Rechts dem aus vier Mitgliedern bestehenden Vorstand angehören. Legt doch die Satzung ausdrücklich fest, der Direktor des WLM gehöre dem Vorstand als Mitglied zwar an, er könne jedoch nicht Vorsitzender des Vorstands sein. Diese Diskriminierung sollten die öffentlichen Förderer beenden.
Als Muster für eine zukünftige Museumsstiftung Westpreußen können die Museumsstiftungen des Schlesischen Museums zu Görlitz, des Pommerschen Landesmuseums Greifswald oder des Donauschwäbischen Zentralmuseums in Ulm dienen
.

Dauerausstellung

Begegnungen mit einer deutsch-polnischen Kulturlandschaft

Im MuseumDanzigzimmer führt ein historischer Parcours durch Stationen der westpreußischen Geschichte. Er beleuchtet die kulturelle und politische Bedeutung des Deutschen Ordens und zeigt, wie später der florierende Ostseehandel für Hansestädte wie Danzig oder Elbing zur Grundlage großen Wohlstands wurde. Der Pfad führt weiter zu Friedrich dem Großen, der die Provinz 1772 seinem Herrschaftsbereich eingliederte, und über die für die Region besonders einschneidenden Regelungen des Versailler Vertrages bis zum nationalsozialistischen Vernichtungskrieg und – als einer seiner verheerenden Konsequenzen – zur Flucht und Vertreibung der deutschen Bevölkerung. Im Anschluss an diese scharfe Zäsur berührt der geschichtliche Weg die Stationen der Eingliederung, der spezifischen Erinnerungskultur sowie der landsmannschaftlichen Aktivitäten, bevor er mit der Vorstellung eines zukunftsweisenden Projekts deutsch-polnischer Partnerschaft, der Außenstelle des Westpreußischen Landesmuseums im Muzeum Regionalne w Krokowej, sein Ziel findet.

Das Westpreußische Landesmuseum erhält ein Gemälde für die Dauerausstellung

Ein großer Tag für das Westpreußische Landesmuseum: Berta Alexandrowna Kolde und Katharina Kolde stiften für die Sammlung ein Gemälde von Alexander Kolde (1886 [Neuhaldensleben] - 1963 [Flesnburg]). Das Gemälde entstand 1959 in Öl und zeigt die Eisenbahnbrücke bei Dirschau/Westpr. Das Gemälde ist ab sofort in der Dauerausstellung zu sehen.
Über die großzügige Stiftung ist das Westpreußische Landesmuseum sehr erfreut und bedankt sich bei den Stiftern herzlich
.

kolde

Förderverein für das Westpreußische Landesmuseum gegründet
26. Juli 2018

Seit langem geplant, nunmehr gegründet.
Am 26. Juli 2018 trafen sich im Westpreußischen Landesmuseum 13 mit dem Museum eng verbundene Persönlichkeiten, um einen Förderverein auf den Weg zu bringen. am Gründungstag wurden die Satzung beschlossen, die vier Vorstandsmitglieder gewählt und der Jahresbeitrag festgelegt. Zweck
des Vereins ist die Beschaffung von Mitteln, die dem ständigen Ausbau des Westpreußischen Landesmuseums in Warendorf dienen. Der Verein unterstützt das Museum bei der Erfüllung seiner Aufgaben und wird in der Öffentlichkeit für dessen Ziele und Zwecke werbend tätig. Darüber hinaus fördert der Verein fdie Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Kreis Warendorf, wie auch mit allen kulturellen Einrichtungen der Region und darüber hinausgehend.
Ausführlich berichtete das Warendorfer Tageblatt “Die Glocke” in seiner Ausgabe vom 28. Juli 2018 nachstehend über den Gründungsakt.

Spendenzahlungen zur Unterstützung des Westpreußischen Landesmuseums beim Erwerb von Exponaten oder auch der Restaurierung von Kulturgut können auf das Konto

DE77 4126 2501 6404 0001 00

bei der Volksbank Warendorf

BIC: GENODEM1AHL

geleistet werden.

gründung1-260718

gründung2_260718
wlmF061214

Wiedereröffnung des Westpreußischen Landesmuseums

Heureka war man versucht, am 6. Dezember 2014 auszurufen. Die zentrale museale Einrichtung der Westpreußen, nunmehr in ihrem neuen Domizil, dem aus der Mitte des 17. Jahrhunderts herrührenden ehemaligen Franziskanerkloster in Warendorf, ist wiedergefunden worden. Nachdem das Museum über mehr als zwei Jahre für die Öffentlichkeit nicht mehr zugwlmB061214änglich war, wird sie es ab dem 9. Dezember wieder grütters061214besuchen können. In neuen Räumlichkeiten und mit einer grundlegend geänderten Ausstellungskonzeption werden sich die Besucher an den zahlreichen Kostbarkeiten des Museums  erfreuen dürfen. Darauf verwiesen nicht zuletzt Frau Staatsminister Professor Monika Grütters, MdB, und der Bürgermeister der Stadt Warendorf, Jochen Walter,  in ihren Grußworten. Auch Frau Dr. Barbara Rüschoff-Thale, die Kulturdezernentin des LWL, und der Landrat des Kreises Warendorf, Dr. Olaf Gericke, betonten in ihren Grußworten die Bedeutung des Westpreußischen Landesmuseums an seinem neuen Standort und wünschten ihm und dem gesamten Museumsteam Glück und Erfolg.
Die Beauftragrütters2-061214gte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Frau Staatsminister Professor Monika GrüttewlmG061214rs, erwähnte in ihrem Grußwort im Gegensatz zur landsmannschaftlichen Seite  nicht nur den erkrankten Museumsleiter Dr. Lothar Hyss und begrüßte auch explizit die aus Polen angereiste Museumsleiterin des Regionalmuseums Krockow - zugleich Außenstelle des Westpreußischen Landesmuseums -, Frau Grazyna Patryn, sondern sie erweiterte das auf den offiziellen Verlautbarungen wiedergegebene Motto des Museums „Begegnungen mit  einer deutsch-polnischen Kulturregion“ um die ganz wesentliche kaschubische Komponente. Ohne die Erwähnung der Kaschubei würde ein ganz wesentlicher Aspekt der musealen  Außenstelle in Krockow/Krokowa fehlen. wlmE061214
Ein Wermutstropfen bei dieser gelungenen Eröffnungsfeier in der klösterlichen Kirche und in den Museumsräumen ist zweifellos das Fehlen einer neuen Internetpräsenz des Museums; dem Vernehmen nach soll die museale Website ab dem 15. Dezember 2014 bereitstehen.
Ein herzlicher Dank gebührt dem Museumsleiter Dr. Lothar Hyss: Seinem ganz persönlichen Engagement und seinen ausgesprochen guten Kontakten zu der Mäzenatenfamilie Horstmann ist es zu verdanken, daß das Westpreußische Landesmuseum seine neue Heimat im Warendorfer Franzikanerkloster erhielt. Bedauerlicherweise waren  bei dieser denkwürdigen Eröffnung die zahlreichen polnischen Freunde und Partner nicht anwesend. Wegen der kurzfristig ausgesprochene Einladung war es ihnen nicht möglich, die weite Reise rechtzeitig anzutreten
.

wlmA061214

Herr Jochen Walter, der Bürgermeister der Stadt Warendorf, die die neue Heimat des Westpreußischen Landesmuseums geworden ist, hielt am 6. Dezember 2014, dem Tag der Wiederöffnung des Museums, in der Kirche des ehemaligen Franziskanerklosters nachstehendes Grußwort. Dieser ungewöhnlich herzliche Willkommensgruß der Stadt Warendorf an das Museum ist Anlaß zu großer Freude und macht deutlich, daß der Schritt, in dieser wundersschönen Kreisstadt die musealen Pforten wieder zu eröffnen, sich als zukunftsweisend auswirken wird.


Anreden

Dieser 6. Dezember 2014 ist ein guter Tag für Warendorf. Ein kulturhistorischer Schatz von allergrößtem und vielfältigem Wert zieht ein in unsere Stadt. Im Namen des Rates und der Bürgerinnen und Bürger Warendorfs heiße ich dawalter061214s Westpreußische Landesmuseum herzlich willkommen.
Der Schatz zieht ein in dieses Klostergebäude, das als Kloster der Franziskaner seit dem Jahr 1652 die Geschichte dieser Stadt bis in die jüngste Vergangenheit mitgeprägt hat. Er wird hier große Wirkung entfalten, ohne jedoch den Geist der Franziskaner endgültig vertreiben zu können und zu wollen.
Das Thema dieser unserer Bereicherung ist nicht beliebig:
Die Geschichte Westpreußens in Zeugnissen der Kultur zu bewahren, zu dokumentieren und zu präsentieren ist eine Aufgabe von hohem Wert. Sie schlägt die Brücke von der Erinnerungskultur einer Geschichtsepoche hin zu den zukunftsorientierten Werten eines zusammenwachsenden Europas und leistet damit einen Beitrag zur Aussöhnung, zur Völkerverständigung und zur Friedenssicherung.
Und das an diesem Ort hier in Warendorf. Als im Jahre 2006 die letzten Franziskanermönche dieses Kloster verließen, stellte sich uns die bange Frage: Wie geht es jetzt hier weiter? Nach einer Phase besorgten Wartens machte sich schließlich der neue Eigentümer, das Ehepaar Horstmann aus Münster, daran, das Klostergelände umzugestalten. Natürlich mussten dabei kaufmännische Gesichtspunkte wesentliche Maßstäbe setzen. Gleichermaßen war das neue Klosterkonzept von Respekt und Verbundenheit vor bzw. mit der Geschichte dieses Klosters geprägt. Die Klosterkirche blieb als Ort sakraler Einkehr und geistlicher Kultur erhalten. Das Klostergebäude präsentiert sich so, wie es in Jahrhunderten gewachsen ist. Mit Freude und Dankbarkeit nehmen wir dies hier in Warendorf wahr.r
Der Einzug des Westpreußischen Landesmuseum in den Haupttrakt des Klosters ist nun auch unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten ein ganz besonderer Glücksfall. Die innenarchitektonischen Anpassungen für die museale Nutzung konnten vergleichsweise gering gehalten werden. Und als Museum präsentiert sich das Kloster als für jedermann zugängliches Denkmal. Auch blieb noch eine kleine Fläche, auf der in Erinnerungsstücken an die Geschichte der Franziskaner in Warendorf erinnert wird. Besser hätte es nicht kommen können!
Mit dem Westpreußischen Landesmuseum erfährt das Kulturleben in unserer Stadt eine großartige Bereicherung. Vernetzung mit den hier schon in Warendorf ansässigen Museen, Zusammenarbeit im Kulturbetrieb mit der Stadt und dem Kreis Warendorf, dem ehrenamtlich arbeitenden Kunstkreis und anderen Organisationen werden die nächsten Schritte sein, auf die wir neugierig sind und auf die wir uns freuen. Warendorf ist eine Stadt der Schulen. Schülerinnen und Schüler erhalten nun die Chance unmittelbar vor Ort, auf hohem Niveau und – im besten Sinne des Wortes – anschaulich auf kulturhistorischer Basis ein Stück Deutsche Geschichte nacherleben zu können.
Mir ist es wichtig, meine sehr geehrte Damen und Herren, dass Sie nachempfinden, dass diese Stadt heute an diesem Eröffnungstag nicht abseits steht. Im Gegenteil: Sie öffnet die Arme zum Empfang des Westpreußischen Landesmuseums und nimmt es auf in ihre Kulturlandschaft in partnerschaftlicher und herzlicher Verbundenheit.
Warendorf ist und bleibt die Stadt des Pferdes und einer auch im weiteren Umfeld einzigartigen historischen Altstadt. Aber es schmückt sie jetzt auch, Standort des Westpreußischen Landesmuseums sein zu dürfen. Wann immer und wo immer wir für diese Stadt werben, werden wir dieses gerne und mit Selbstbewusstsein herausstellen.
Mein Dank an dieser Stelle und in dieser Stunde gilt der Kulturstiftung Westpreußen sowie den Fördergebern, hier an erster Stelle dem Beauftragten der Bundesregierung für Kunst und Medien, sowie dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe und dem Land Nordrhein-Westfalen, dass diese Standortentscheidung zu Gunsten des Franziskanerklosters in Warendorf herbeigeführt werden konnte. Auch wir als Stadt Warendorf beteiligen uns an der Förderung. Unser Beitrag kann nicht so umfangreich ausfallen wie der der anderen Förderer, er kommt aber in besonderem Maße aus dem Herzen.
Dem Westpreußischen Landesmuseum wünsche ich an seinem neuen Standort einen guten Start und eine erfolgreiche Zukunft.
Ihnen, meine sehr geehrten Damen und Herren, danke ich für ihre Aufmerksamkeit.

Am 15. November 2013 berichtete das Warendorfer Tageblatt DIE GLOCKE ausführlich über die neuesten Entwicklungen des Westpreußischen Landesmuseums in Warendorf. Der Umzug ist vollendet, und voller Enthusiasmus stellte der Leiter des Museums, Dr. Lothar Hyss, in einem Interview mit Kai von Stockum, der daraus für seine Zeitung einen spannenden Bericht fertigte, sein Museum in neuer Heimstatt vor.
Auch die Kulturrefentin des Westpreußischen Landesmuseums, Magdalena Oxfort M. A., nahm die Gelegenheit wahr, ihre Diareportage mit dem Thema Westpreußen - Land am Unterlauf der Weichel für Donnerstag, den 21. November 2013
ab 20.00 Uhr, im Alten Lehrerseminar an der Freckenhorster Straße 43 anzukündigen.
Diese Veranstaltung findet statt in Kooperation mit der VHS. Der Eintritt ist frei! Interessenten haben hier Gelegenheit, sich mit der Thematik Westpreußen vertraut zu machen, die später Mittelpunkt der Museumsausstellung werden wird.

dieglocke151113

Das Westpreußische Landesmuseum erhält als Brückenbauer neue Chance

Langfristiger Mietvertrag 26. Januar 2012 unterschrieben!

Im Beisein von Referatsleiter Dr. Thomas Lindner (BKM), Bürgermeister Jochen Walter (Warendorf), Frau Gertrud Horstmann, Siegfried Sieg, Vorsitzender des Stiftungsrats der Kulturstiftung Westpreußen, Architektin Andrea Piehl und Museumsleiter Dr. Lothar Hyss unterzeichneten Kai Horstmann (als Vertreter der Eigentümerfamilie) und Dr. mietvertragwarend1Jürgen Martens (als Vertreter der Kulturstiftung Westpreußen) am 26. Januar 2012 den langfristigen Mietvertrag für das ehemalige Kloster Warendorf. In dem einstigen Kloster wird das Westpreußische Landesmuseum auf ca. 1.350 m² ab Mitte 2013 museal neu starten. Damit ist endgültig der Startschuß für das Verlassen des bisherigen Domizils, des Drostenhofs in Wolbeck, gefallen. Hier war es bis zuletzt nicht möglich, eine dringend erforderliche Sanierung parallel zu einer Modernisierung - und das, obwohl die erforderlichen Finanzmittel bereitstanden - durchzuführen.
Nach den Worten Jochen Walters gehört das Kloster zu den Kulturschätzen Warendorfs. Mit dem Museum bleibt es öffentlich zugänglich. “Unsere Möglichkeiten, als Kulturbotschafter zwischen Deutschland und Polen zu wirken, werden sich in Warendorf deutlich verbessern”, freute sich Museumsleiter Dr. Hyss
.

Das Westpreußische Landesmuseum feiert seinen 35. Geburtstag

Am 26. November 2010 feierte das Westpreußische Landesmuseum seinen 35. Geburtstag.
Das Museum setzt die Tradition des 1927 (bis 1945) in Oliva gegründeten Westpreußischen Landesmmünster261110useums fort und präsentiert in Wolbeck die Kultur und Geschichte der Menschen und der Region an der unteren Weichsel.
Den Geburtstag feierte des Westpreußische Landesmuseum auf Einladung von Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe im Friedenssaal des Historischen Rathauses. Mit seiner launigen Festansprache wußte der Oberbürgermeister seine Gäste zu begeistern. Er hob das in 35 Jahren gezeigte Engagement der “Museumsleute” für Westpreußen hervor, verband seine Hymne für das Westpreußische Landesmuseum jedoch zugleich mit dem besonderen Einsatz Münsters für dieses Museum und für die Westpreußen.
Ministerialrat Dr. Thomas Lindner vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien stellte in seinem Grußwort - daß er im Friedenssaal sprechen durfte, wo sonst nur der Oberbürgermeister Münsters redet, hebt die Bedeutung dieser Geburtstagsfeier besonders hervor - auf die 35jährige Erfolgsgeschichte des Westpreußischen Landesmuseums ab. Er sah sie gegeben in der Fülle seiner Ausstellungen, seiner wissenschaftlichen Aktivitäten und nicht zuletzt in seiner grenzüberschreitenden Arbeit. Lindner verband seine Grüße mit dem Wunsch auf einer weitere erfolgreiche Zukunft des Museums. Die Zuhören mochten in diesen Glückwünschen erkennen, daß der Bund auch weiterhin zu der Verpflichtung steht, die Arbeit des Museums maßgeblich zu unterstützen.
Nachfolgend der Text des Grußwortes:


Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Lewe,
sehr geehrter Herr Abgeordneter Prof. Sternberg,
sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter des Rates und der Stadt Münster,
sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter der Kulturstiftung Westpreußen und der Landsmannschaft Westpreußen,
meine Damen und Herren,

ich freue mich, heute mit Ihnen gemeinsam das 35jährige Bestehen des Westpreußischen Landesmuseums hier in Münster feiern zu können. Zugleich übermittle ich Ihnen herzliche Grüße von Herrn Staatsminister Neumann, der als gebürtiger Elbinger eine besondere Verbundenheit mit dem westpreußischen Kulturerbe empfindet.
Ein ganz besonderer Dank gilt vorab der Stadt Münster und ihrem Oberbürgermeister Markus Lewe für die
Gelegenheit, diesen kleinen Festakt hier im Friedenssaal des Rathauses begehen zu können. An diesem
geschichtsträchtigen Ort den Geburtstag des Westpreußischen Landesmuseums feiern zu dürfen, ehrt die
Einrichtung ebenso wie den Gastgeber.
Seit 1975 besteht das Westpreußische Landesmuseum im Drostenhof zu Münster-Wolbeck, einem der schönsten erhaltenen Herrenhäuser des Münsterlandes. Seitdem schreibt das Haus eine Erfolgsgeschichte, die durch eine Vielzahl beachtlicher Ausstellungen, eine Fülle wissenschaftlicher Aktivitäten und ein reges Besucherinteresse gekennzeichnet ist. Nicht zuletzt fanden und finden die Menschen aus dem Land am Unterlauf der Weichsel in ihrem Museum einen ideellen Bezugspunkt. Die deutsche Siedlungs- und Kulturgeschichte im östlichen und südöstlichen Europa ist Teil des geschichtlichen Erbes aller Deutschen.
Zugleich wirkt sie bis in die Gegenwart in den ehemals deutsch mitgeprägten Herkunftsländern fort. Wenn wir uns also heute mit dem deutschen Kulturerbe der historischen Ost- und Siedlungsgebiete befassen, geht es dabei in erster Linie um einen Brückenschlag zwischen nationaler Identität und europäischem Bewußtsein. Heute leben nur noch Wenige, die eigene Erinnerungen an ihre ehemals deutsch geprägten Herkunftsgebiete haben. Ohne bewußte Förderung und Pflege droht der Erinnerungsschatz der Erlebnisgeneration verloren zu gehen. Deshalb müssen wir die „gelebte Erinnerung“ in dauerhafte Formen der gesellschaftlichen Erinnerung und Wahrnehmung überführen.
Für diesen Erinnerungstransfer sind die vom Bund und den Ländern gemeinsam mit Partnern geförderten Landesmuseen wichtige Katalysatoren. Bei dieser notwendigen geschichtspolitischen Aufgabe kommt dem Westpreußischen Landesmuseum eine bedeutende Rolle zu. Das Museum bewahrt auf wissenschaftlicher
Grundlage das Erbe Westpreußens und schlägt gleichzeitig mit vielfältigen Aktivitäten die Brücke zu unseren
polnischen Nachbarn und in die gemeinsame europäische Gegenwart und Zukunft.
Seit 1999 unterhält das Westpreußische Landesmuseum eine Außenstelle in Krockow unweit von Danzig. Grenzüberschreitende Zusammenarbeit und ein zukunftsgewandtes europäisches Konzept werden hier mit Händen greifbar. Als modernes Museum bewahrt das Westpreußische Landesmuseum Sachzeugen aus der Vergangenheit, wirkt lebendig in der Gegenwart und gestaltet aktiv die Zukunft mit.
Mit einem vielfältigen und erfolgreichen Kulturprogramm nehmen das Museum und die hier beheimatete Kulturreferentin für Westpreußen, das Posener Land, Mittelpolen, Wolhynien und Galizien wichtige Aufgaben im Bereich der kulturellen Bildung und der Information über Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa wahr.
Eine Grundlage des grenzüberschreitenden Wirkens des Museums bilden die partnerschaftlichen Beziehungen mit Museen und Kultureinrichtungen in Polen. Allen Akteuren, die sich für das erfolgreiche Wirken des Westpreußischen Landesmuseums einsetzen – insbesondere dem Museumsteam unter Leitung von Herrn Dr. Lothar Hyss – danke ich für die geleistete Arbeit. Ein ganz besonderer Dank gilt Herrn Hans- Jürgen Schuch, dem Gründungsdirektor des Museums. Er hat – so darf man ohne Einschränkung formulieren – in vielfältigster Weise sein Leben in den Dienst der westpreußischen Sache gestellt.
Dem Land Nordrhein-Westfalen, dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe und der Stadt Münster danke ich für ihr Engagement bei der gemeinsamen Förderung des Museums. Nicht vergessen möchte ich aber auch die Kulturstiftung Westpreußen sowie die vielen ehrenamtlichen Helfer und Interessierten aus der Region, die immer wieder aktiv ihren Beitrag geleistet haben und weiterhin leisten. Auch Ihnen gilt mein herzlicher Dank.
Wir alle wissen, daß die anstehende Modernisierung des Westpreußischen Landesmuseums alle Beteiligten vor eine große Herausforderung stellt.
Es gilt, die Einrichtung museal, räumlich und technisch fit für die Zukunft zu machen, damit sie in einer multimedial geprägten Informationsgesellschaft mit ihrem wichtigen Anliegen bestehen kann. Ich zähle darauf, daß das Westpreußische Landesmuseum bei dieser anspruchsvollen Aufgabe tatkräftige Unterstützung von möglichst vielen Seiten erfährt.
Bereits heute aber ist das Westpreußische Landesmuseum eine aktive und lebendige Kultureinrichtung, die Geschichte, Kultur,  Landschaft und Lebenswelt der Menschen aus dem Land am Unterlauf der Weichsel im Wortsinne anschaulich werden läßt. Darauf können wir mit Recht stolz sein. Ich gratuliere dem Museum zum 35jährigen Bestehen und wünsche ihm eine erfolgreiche Zukunft und weiterhin zahlreiche Besucher.
Vielen Dank!

Das Westpreußische Landesmuseum in Münster-Wolbeck wird getragen von der Kulturstiftung Westpreußen, einer öffentlichen Stiftung des privaten Rechts. Zu den satzungsmäßigen Aufgaben der Stiftung und somit des Museums gehören Sammeln, Präsentation, Sicherung und Auswertung altpreußischen Kulturgutes, insbesondere aus dem unteren Weichselland, und die Bewahrung dieses Kulturguts im Bewußtsein des deutschen Volkes einschließlich der deutschen Minderheit in diesem Gebiet und des Auslands. Das Verständnis für die Zusammenhänge altpreußischer Geschichte mit der deutschen Kulturentwicklung insgesamt zu wecken und zu pflegen. Förderung von Begegnungen westpreußischer Persönlichkeiten, insbesondere aus Wissenschaft, Bildung, Kunst und Literatur miteinander und mit interessierten Dritten. Durchführung und Förderung wissenschaftlicher Veranstaltungen und Forschungsvorhaben sowie Vergabe von Forschungsaufträgen, soweit sie das westpreußische untere Weichselland einbeziehen. Förderung europäischer Gesinnung im Zeichen von Toleranz auf allen Gebieten der Kultur. Ständige Pflege von Verbindungen und Zusammenarbeit mit kulturellen Institutionen der östlichen Nachbarvölker, insbesondere mit den polnischen im unteren Weichselland. Förderung des Aufbaus und Pflege des Erhalts deutscher Kulturdenkmäler sowie Zusammenarbeit mit den Vereinigungen der deutschen Minderheit in diesem Gebiet. Förderung der Zusammenarbeit mit Vereinigungen und Institutionen ähnlicher Zielsetzungen insbesondere entsprechend dem § 96 des Bundesvertriebenen- und Flüchtlingsgesetzes. Förderung der Volksbildung, der Jugendpflege und der Völkerverständigung.

Aktuelle Impressionen aus Westpreußen

Am 19. April 2016 berichtete DIE WELT darüber, daß das berühmte, nach Osten gewandte Marienmosaik in der Außenwand der Apsis der Marienburger Schloßkirche (der Marienkirche) wieder in alter Pracht leuchtet. Dieses Marienbildnis, von dem das Westpreußische Landesmuseum einige Mosaiksteinne bewahrt, war am Ende des Zweiten Weltkrieges vollständig zerstört worden.

marienburg230416c

marienburg230416a

marienburg230416b

Bild links zeigt die Zerstörung der Marienburg im Jahre 1945 von Osten her. Die rote Markierung zeigt die Marienkirche (aus dem Fotoarchiv des Schloßmuseums Marienburg/Malbork). Das Bild rechts zeigt die wieder hergestellte Marienkirche mit Madonna. Bei der Einweihung des Marienbildnisses am 17. April 2016 nahm auch der Hochmeister des Deutschen Ordens, Bruno Plattner O. T., teil. Bei seinem Besuch konnte er zudem die neu erbauten Gewölbe der Marienkirche im Hochschloß bewundern. Lange Zeit war offen, ob es zu einer Rekonstruktion der Gewölbe kommen oder ob man sich für eine Betondecke entscheiden würde. Glücklicherweise fiel die Entscheidung für eine Gewölbekonstruktion.
Das linke untere Bild zeigt die neue Madonna. (Aufnahmen: Tomasz Agejczyk, Malbork)

mewe10b

Deutschordensburg in Mewe; neben der Marienburg ist die Burg in Mewe die am besten erhaltene Anlage des Deutschen Ordens in Westpreußen

 

mewe10c

Pfarrkirche St. Nikolaus und Ordensburg in Mewe

 

mewe10g

Eingang zum Kapitelsaal der Marienburg

 

mewe10h

Brunnenanlage im Innenhof des Hochmeisterpalais (Marienburg)

 

mewe10e

Detail der Nikolaus-Kopernikus-Statue am Rathaus in Thorn; Entwurf: F. Tieck, Guß: C. Fischer, 1857

 

mewe10d

Blick auf die mittelalterliche Thorner Marienkirche

 

mewe10f

Ruinen der 1454 von den Bürgern zerstörten Ordensburg in Thorn