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Kontakt:

Magdalena Oxfort M.A.
Kulturreferentin für Westpreußen, Posener Land,
Mittelpolen, Wolhynien und Galizien
Tel.: +49 / (0) 2581 / 92777-17
Fax: +49 / (0) 2581 / 92777-14
E-Mail: magdalena.oxfort@westpreussisches-landesmuseum.de
Internet: www.kulturreferat-westpreussen.de

Nachstehend informiert das Kulturreferat am Westpreußischen Landesmuseum über sein umfangreiches Jahresprogramm 2016. Haben Sie Interesse? Dann nehmen Sie bitte unmittelbar Kontakt zu Frau Oxfort auf.

Kulturreferat_Flyer_Seite_1
Kulturreferat_Flyer_Seite_2

Auf folgende Veranstaltung macht das Kulturreferat für Westpreußen, Posenener Land und Mittelpolen aufmerksam:

Dia-Reportage mit Roland Marske:

„Grenzgang: das Grüne Band – eine Deutschlandwanderung an der Grenze, die das Land teilte“

23. März 2022, 18.00 Uhr, Westpreußisches Landesmuseum
Eintritt € 2,50 – Es gilt die aktuelle Corona-Schutzverordnung

„Grenzgang“ erzählt von einer außergewöhnlichen Reise im letzten Sommer, im Corona-Jahr, als es Roland Marske nicht möglich war – wie ursprünglich geplant – nach China und Tibet zu reisen, und er deswegen in Deutschland das Abenteuer vor der Haustür suchte. Die Idee dazu beschäftigte ihn schon seit Langem. Selbst im Schatten der Grenze, im Berlin des Kalten Krieges aufgewachsen, wollte Marske sich zu Fuß, mit Rucksack, Zelt und Kamera auf die Suche nach den Orten machen, an denen man der Geschichroland_marskete Teilung, die auch ein Teil meiner Geschichte ist, noch lauschen kann. Die 1.400 km lange Wanderung entlang des ehemaligen Grenzverlaufs entpuppte sich aber auch als einmaliges Naturerlebnis durch das wilde Deutschland. Dabei ist es nicht immer leicht, den Grenzverlauf überhaupt noch auszumachen. Es ist, sprichwörtlich, Gras darüber gewachsen. Aus dem ehemaligen Todesstreifen ist ein grünes Band geworden, das heute Deutschlands größtes Naturschutzgebiet ist.

Die Wanderung entlang der Grenze, die Deutschland vierzig Jahre lang geteilt hatte, führt über die Berge von Vogtland, Schiefergebirge, Rhön und Harz, durch die Täler der Saale, Werra und Elbe, durch die Täler der Saale, Werra und Elbe, durchstreift Altmark und Lüneburger Heide, vorbei an Burgen, Klöstern und mittelalterlichen Fachwerkstätten und endet schließlich, nach 70 Tagen, an der Ostsee, am Meer.

Theater andersARTig
Keine Kunst – Kronenberg spielt & Lohmann liest!

Donnerstag, 29. Oktober 2020, 19.30 Uhr, im Westpreußisches Landesmuseum Warendorf
Eintritt 5,- Euro

Nach der Premiere beim Münchener Papiertheaterfestival im Kleinen Theater und im  Münchener Stadtmuseum im Rahmen des Internationalen Figurentheaterfestivals „wunderpunkt“ sind sie am Donnerstag, den 29. Oktober 2020, 19.30 Uhr, zu Gast im Westpreußischen Landesmuseum, Kloster Warendorf.
Schon seit längerer Zeit machen sie gemeinsame Sache, Manfred Kronenberg und Dieter Lohmann, und Ihre Aufführung mit dem Papiertheater ist tatsächlich ganz und gar anders andersARTig: Sie bietet kein durchgehend konzipiertes Theaterstück, sondern erzählt in schnellem Wechsel phantasievolle Szenen und Geschichten.
Dieter Lohmann, der Alltagspoet, gab seiner letzten Publikation den Titel „Keine Kunst“. Er malt mit seinen Worten Bilder und Ereignisse des Alltags mit Witz und Esprit. Am Ende steht er da, der Spiegel, in dem sich jeder wiedererkennt…
Manfred Kronenberg spielt in diesem Premierenprogramm nicht nur mit seinen perfekten phantasievollen Bildern, sondern gestaltet Figuren auf der kargen Bühne mit merkwürdig ausgestatteten Kuben, denen er auf seine Weise eine Lebendigkeit verleiht, bei der wir spüren, daß auch Schwarz und Weiß farbig genug sein können.
Gemeinsam gestalteten sie neben Lohmanns Alltagspoesie französische Fabeln aus dem gemeinsamen Buch „Die Rache der Schildkröte“ deren Illustrationen zurzeit in der Ausstellung „HandwerksKunst“ im Westpreußischen Landesmuseum zu sehen sind.
Besonders originell wird es durch ihre neue phantasievolle bildliche und poetische Umgestaltung bekannter Märchen, in denen diesmal alles ganz anders kommt!

Kronenberg und Lohmann freuen sich, daß sie für ihre gemeinsamen Darstellungen mit dem Papiertheater eine neue Bühne gefunden haben.
Ein ganz besonderes Vergnügen, auch unter Einhaltung coronabedingter Hygieneregeln!

Über seine Premiere im Münchener Papiertheaterfestival im Kleinen Theater vermittelt Manfred Kronenberg nachstehenden Eindruck:

„ (…) Ich denke das war ein voller Erfolg,
Das Publikum im Stadtmuseum war etwas reservierter, sparte aber nicht mit "Schlußapplaus" und  die Chefin von Frau Erbelding zeigte sich sehr angetan.
Das Papiertheaterpublikum war restlos begeistert, sparte nicht nach jeder neuen Szene unserer Geschichtensammlung mit Zwischenapplaus und lachte an den richtigen Stellen.
Die zuständige Entscheiderin in Sachen Kultur der Stadt München war ebenso angetan und sprach unsere Veranstalterin Liselotte Bothe Anerkennung aus und versprach auch im kommenden Jahr Förderungsbereitschaft. Die Spielerkolleginnen und Kollegen haben wir hier am Samstagabend zuvor, sozusagen in einer Privatvorstellung mit Auszügen aus dem Programm unterhalten und mußten auf besonderen Wunsch Szenen mehrfach spielen. Wir sind auch zum nächsten Mal geladen, wenn es heißt "in 80 Tagen um die Welt(…)“.

Lesung: „Fieber. Universum Berlin 1930-1933“

1. Oktober 2020, 18.00 Uhr, Westpreußisches Landesmuseum 
Peter Walther, Bestsellerautor

Berlin ist 1930 die glanzvolle Metropole des neuen Europas, schneller und freier als die anderen Hauptstädte des Kontinents. Nirgendwo sonst liegen Verschwendung und Elend so dicht beieinander. Während sich Kommunisten und lesung_waltherNalesung_walthertionalsozialisten blutige Saalschlachten liefern und Dorothy Thompson Hitler interviewt, lädt der jüdische Hellseher Erik Jan Hanussen die Berliner SA-Führung zu „Weekend-Fahrten“ auf seiner Luxusyacht „Ursel IV“ ein. Maud von Ossietzky verfällt aus Sorge um ihren Mann Carl immer mehr dem Alkohol und der KPD-Vorsitzende Ernst Thälmann findet Trost bei seiner Geliebten. Heinrich Brüning, eben noch Kanzler des Deutschen Reichs, spielt am Abend seiner Entlassung mit seiner Patentochter „Mensch ärgere Dich nicht“. Am Ende geht es nur noch um eins: Kommt das »Dritte Reich«?
Über das Scheitern der ersten deutschen Demokratie ist viel geforscht und geschrieben worden. Die fehlerhafte Verfassung, problematische Traditionen, Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit und Massenelend lassen sich als Gründe anführen. Die bundesrepublikanische Demokratie ist bei weitem stabiler, die Lebensumstände sind ungleich komfortabler. Und doch wird gerade heute häufiger an das Ende der Weimarer Republik erinnert, gibt es doch bei allen Unterschieden einige Parallelen. Auch unsere Gegenwart ist durch einen Rechtsruck und soziale Spaltung geprägt. Die Krise ist in allen Lbenslagen spürbar.Der Germanist Peter Walther, 1965 in Berlin geboren, wurde 2017 mit einer fulminanten Biografie über den Schriftsteller Hans Fallada bekannt. Jetzt hat Walther ein Buch über die letzten Jahre der Weimarer Republik im Spiegel der Hauptstadt geschrieben: "Fieber. Universum Berlin 1930-1933". Das Buch ist sorgfältig recherchiert und verdichtet den Bericht über die Krise zu einer packenden Erzählung. Nebenbei enthält es neun biografische Porträts bekannter Zeitgenossen wie Hanussen oder Thälmann.

Informationen zum Buch:
Peter Walther: "Fieber. Universum  Berlin 1930-1933"
erschienen im Aufbau Verlag
Berlin 2020
364 Seiten, 22 Euro
Mit 17 Abbildungen
ISBN: 978-3-351-03479-5

Studienfahrt nach Danzig

 

Im  August 2020 organisierte die Kulturreferentin für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen eine Studienfahrt nach Danzig. Der Reisebericht der Kulturreferentin wird nachstehend wiedergegeben.

Auch die Tageszeitung DIE GLOCKE vom 20.08.2020 berichtete über diese Reise.

Wer diesen Text einsehen möchte, klicke bitte nachstehenden Link  an:danzigreise_2020

Studienreise: „Die Bedeutung des Wassers und die Geschichte des Wassersports in Danzig und der Region“

30. Juli bis 4. August 2020, Danzig, Zoppot und Umgebung

Eine Kooperation mit dem Bund der Danziger e.V., SAR, Museum Danzig, dem Kapitanat des Hafens von Danzig, der Deutschen Minderheit in Danzig und Graudenz und der Turngemeinde Münster von 1862 e.V., Paddelabteilung
Der Aspekt des Wassers ist in der Hansestadt Danzig allgegenwärtig und findet sich sowohl in der Herkunft des Städtenamens, die sich auf „ein Gebiet am Wasser“ bezieht, wie auch in den mannigfaltigen Darstellungen meist mythologischer Gestalt an den Fassaden der Häuser und Brunnen, mit denen die jahrhundertealte Handelsgeschichte Danzigs widergespiegelt wird.
Zudem ist Danzig für eine reiche Tradition im Wassersport bekannt, deren Anfänge bis in das 19. Jahrhundert zurückführen. Im Jahr 1922 wurde in Danzig der erste Schiffahrtsclub gegründet. Allmählich erfreuten sich auch Ruder- und Kajakvereine großer Beliebtheit, die ihre Aktivitäten durch die Zäsur des Zweiten Weltkriegs zunächst einstellen mußten und nach 1945 erst wieder aufnehmen konnten.
Das Kulturreferat für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen veranstaltete vom 30. Juli bis 4. August 2020 eine Studienreise nach Danzig, deren Schwerpunkt sich auf die Bedeutung des Wassers für die Stadt Danzig und die Geschichte des Wassersports konzentrierte. Teilnehmer der Reise waren Mitglieder des Bundes der Danziger e.V., Vertreter der Deutschen Minderheit aus Danzig und Graudenz sowie Vereinsmitglieder der Paddelabteilung aus der Turngemeinde Münster von 1862 e. V.
Am Tag der Ankunft, die am 30. Juli spätnachmittags erfolgte, begab sich die Reisegruppe auf einen abendlichen Spaziergang entlang der danzig_studienreise20cMottlau, um sich einen Eindruck von der „Königin der Ostsee“ – wie Danzig auch genannt wird – zu verschaffen.
Für den 31. Juli war die Erkundung der Stadt und ihrer Kulturdenkmäler vorgesehen. Die Kulturreferentin und Initiatorin der Studienreise, Magdalena Oxfort, führte die Gruppe in den nördlichen Teil von Danzig. Dabei wurde das Zentrum für Solidarnosc besichtigt, welches die Geschichte der gleichnamigen Gewerkschaft beleuchtet, die sich 1989 zu einem bedeutenden Umbruch in Polen verantwortlich zeichnete. Im Anschluß folgte ein Rundgang über das Gelände der Werftanlage, bevor das Museum des Zweiten Weltkriegs besucht wurde. Während des Rückwegs in den Kern der Altstadt am Krantor vorbei flanierten die Reiseteilnehmer über die für den Bernsteinhandel berühmte Frauengasse zur Marienkirche, dem mächtigsten Backsteinbau der Stadt. Dort schlossen sich Christoph Joachimowicz und Heinrich Janusch – Vertreter derdanzig_studienreise20b Deutschen Minderheit aus Danzig – der Gruppe an, die ihnen eine umfassende Führung durch das Rechtstädtische Rathaus mit dem Artushof sowie über den gesamten Lagen Markt geboten haben. Inhaltlich konnten sie die Teilnehmer der Reise nicht nur mit ausführlichem Hintergrundwissen begeistern, sondern auch mit zahlreichen Anekdoten über die Geschichte ihrer Heimatstadt unterhalten.
An den nachfolgenden zwei Tagen (1. und 2. August) lag das Hauptaugenmerk der Reise auf der Geschichte des Wassersports. Im südlichen Teil Danzigs, der „Alten Vorstadt“, befindet sich der seit 1947 existierende Kajakverein Zabi Kruk. Dieser liegt unmittelbar an der gleichnamigen Straße ulica zabi kruk, deren historisch-deutsche Bezeichnung Poggenpfuhl ist. Obwohl dessen Namensursprung etymologisch aus dem Begriff des „Froschteichs“ herzuleiten ist, errichtete an dieser Stelle Anfang des 19. Jh. der berühmte Arzt Dr. Johann Georg Haffner als Vorkämpfer der Hygiene eine für damalige Zeiten moderne Badeanstalt. Nachdem die Mitarbeiter von Zabi Kruk der Reisegruppe einen Einblick in das historische Vereinshaus gewährten und ihnen die Geschichte des Sportclubs vermittelten, begaben sich die Teilnehmer in Zweier-Kajaks, um die Stadt Danzig vom Wasser aus zu erkunden. Die von dem Danziger Historiker und erfahrenen Paddler Artur Kawinski für den 1. August vorgesehene Route führte vom Poggenpfuhl aus auf der Mottlau über das Hafenbecken an den Wahrzeichen der Stadt wie dem Grünen Tor, dem Krantor, der Speicherinsel sowie der Wedanzig_studienreise20arft vorbei bis hin zur Mündung der Weichsel in die Ostsee. Trotz einiger Herausforderungen wie übermäßigem Wellengang und dem Passieren zahlreicher Schiffe, Yachten und Boote gelang es der Gruppe, die knapp 15 Kilometer mit einer kurzen Pause zur Stärkung zu meistern.
Am 2. August führte die Route mit etwa 10 Kilometern von den ruhigeren Gewässern der alten Stadtbastionen und der „Neuen Mottlau“ erneut über das Hafenbecken sowie der „Toten Weichsel“ bis hin zur Kaiserlichen Werft und zurück. Im Verlauf der zwei Tage konnten die Teilnehmer die Stadt Danzig nicht nur aus einer anderen Perspektive aus betrachten – vielmehr erhielten sie durch die Ausführungen Artur Kawinskis während der Paddelfahrten einen breit gefächerten Überblick zur Geschichte udanzig_studienreise20and architektonischen Entwicklung Danzigs.
Den krönenden Abschluß der Studienreise bildete am 3. August eine Fahrt nach Zoppot, der als mondäner Bade- und Kurort allgemeinhin berühmt ist. Dessen Entstehung ist auf Dr. Johann Georg Haffner zurückzuführen, der zunächst als Militärarzt unter Napoleon nach Danzig kam und sich schließlich bis zu seinem Lebensende dort niederließ. Haffner erkannte besonders früh die heilende Wirkung des Meerwassers, weshalb er in der Umgebung von Danzig neben dem Bad am Poggenpfuhl, auch die Badeanstalten im Ort Brösen (Brzeźno) sowie in Zoppot eröffnete. Aus dem kleinen Fischerdorf wurde innerhalb kürzester Zeit ein Treffpunkt für die Schönen und Reichen aus aller Welt, wovon noch heute das Grand Casino an der Strandpromenade sowie die prägnante Kurort-Architektur zeugen.
Nach einem Rundgang durch Zoppot besichtigte die Reisegruppe den Molo, der mit 51,5 Metern der längste Meeressteg Europas ist und zugleich das Wahrzeichen der Stadt bildet. Bevor es am frühen Abend nach Danzig zurückging, unternahm die Gruppe einen ausgiebigen Strandspaziergang, bei dem die während der Reise gesammelten Eindrücke ein weiteres Mal vergegenwärtigt wurden.
Während dieser Studienreise konnten den Teilnehmer die vielfachen Facetten Danzigs und die historische Bedeutung des Wassers vermittelt werden, die fest in der Kultur der Stadt und ihrer Bewohner verwurzelt ist. Von der Geschichte Danzigs als Mitglied der Hanse, womit die Stadt zu außerordentlichem Reichtum gelangte bis hin zur Begeisterung für den Wassersport und den hygienischen Errungenschaften im 19. Jahrhundert wie die Einstellung zum Baden im Meer stellt die Verbindung des Danziger Bürgertums zum Wasser ein essentielles Lebensgefühl dar, welches in besonderer Weise in den Sommermonaten am Hafenbecken wie auch entlang der gesamten Danziger Bucht zu beobachten ist.

Text und Fotos: Magdalena Oxfort