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Kontakt: Magdalena Oxfort M.A. Kulturreferentin für Westpreußen, Posener Land, Mittelpolen, Wolhynien und Galizien Tel.: +49 / (0) 2581 / 92777-17 Fax: +49 / (0) 2581 / 92777-14 E-Mail:magdalena.oxfort@westpreussisches-landesmuseum.de Internet:www.kulturreferat-westpreussen.de
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Vorhaben des Kulturreferats im Januar/Februar 2026
- Demokratie Projekte 12.01. – 28.02. mit dem WLM und Mariengymnasium
- 15:00 Uhr Eröffnung des Projektes im WLM und folgend 7 weitere Termine mit den Schülern und Zeitzeugen.
- Kaffee und Kuchen 22.02. um 14:00 Uhr
Davor gerne diese zwei Lesungen hier – eine mit Birgitta!
23. Januar 2026, 18.00 Uhr, Westpreußisches Landesmuseum
Ulli Flessel, Stuttgart Westpreußen, Spätsommer 1939. Freddy Rebuscheit und seine Kusine Frizi lieben sich - doch niemand darf es erfahren. Ebenso nicht, daß Freddys Schwester Mia epileptische Anfälle hat, denn die neuen Machthaber verfolgen ein gefährliches Gesundheitsideal. Die Familie steht nicht nur wegen des heraufziehenden Krieges vor großen Herausforderungen. Im Land Hadeln (Niederelbe) verzweifelt zur selben Zeit Henri Gerckens an seiner ersten Liebe. Gemeinsam mit seiner Tante Jette riskiert er sein Leben, um einem Regimegegner Unterschlupf zu gewähren. Krieg und Flucht führen die Familien Rebuscheit und Gerckens 1951 zusammen. Als eine Heirat ihre Lebensläufe verknüpft, kommt zum Ausbruch, was sich über zwölf Jahre aufgestaut hat. „Osterende“ ist ein unterhaltsamer und zugleich erhellender Familienroman. Geschrieben hat ihn Ulli Flessel: Hinter diesem Pseudonym verbirgt sich der ehemalige Lektor und Hochschulprofessor Ulrich Huse, seit Anfang 2003 in Stuttgart wohnhaft. Nach zahlreichen Fachpublikationen hat Huse nun seinen ersten Roman veröffentlicht. Dem Autor gelingt es, die Zeitgeschichte mit dem Alltag seiner Figuren lebendig zu verknüpfen. Die multiperspektivische Erzählweise von „Osterende“ erlaubt es Leserinnen und Lesern, das Geschehen aus unterschiedlichen Blickwinkeln hautnah zu mitzuerleben. Rasch wird dabei deutlich, daß die Themen dieses Familienromans – Flucht, Ausgrenzung und persönliche Verantwortung – heute wieder brandaktuell sind.
- Lesung: Der Schmerz sprach Polnisch, das Gemüse Deutsch
30. Januar 2026, Westpreußisches Landesmuseum 18:00 Uhr
Birgitta M. Schulte, Detmold Adam geht mit seiner Frau Zuzanna als gelernter Dreher im Alter von 28 Jahren aus Westpreußen ins Ruhrgebiet, nach Dortmund. Er verläßt seine Heimat, aber nicht sein Land. Er hat die preußische Staatsangehörigkeit. Dennoch gibt es Anfeindungen, vor allem, als Zuzanna Arbeit sucht. Sie muß Geld verdienen, denn Adam hat zu Beginn des Romans (1893) einen Unfall und verliert auf einem Auge das Sehvermögen. Sie hat schließlich Glück und findet eine Anstellung als Näherin in einem reichen Haus, bei einem kinderlosen Ehepaar. Adam, der als Handwerker eingewandert war und schnell zum Dreher aufstieg, leidet unter der Diskriminierung, die er als Pole erfährt. Deutsch werden oder Polnisch sein? Die aufgedrängte Frage macht ihm ein Gefühl von Zerrissenheit. Mehr noch leidet er unter der Ausbeutung und Schikane in den Arbeitsverhältnissen zur Zeit der Industrialisierung des Ruhrgebiets. Er wird Mitglied der Metallgewerkschaft und der SPD. Er grenzt sich ab gegen das um sich greifende Nationalpolentum und gegen die Manipulation durch polnische Geistliche. Darin wird er von Zuzanna unterstützt, dem SPD-Mitglied Adam folgt sie eher zögerlich. Die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg ist für Adam und Zuzanna mit ihren inzwischen acht Kindern nicht leicht. 1918 wird auch in Dortmund ein Arbeiter- und Soldatenrat gegründet, die Bergleute sind auf den Straßen und kämpfen für höhere Löhne und kürzere Arbeitszeiten. Es gibt kaum etwas zu essen. Unruhe und Aufruhr herrschen, bis in Berlin von rechts geputscht wird und die alten Reichswehrtruppen auch in Dortmund einmarschieren. Terror und Blutvergießen vor Augen, stirbt Adam an einem Herzinfarkt. Zuzanna muß weiterleben. Wieder gibt es kaum noch Lebensmittel als französische und belgische Soldaten das Ruhrgebiet besetzen. Selbst im Persönlichen muß sie das Unerwartete durchstehen. Der drittälteste Sohn reißt das polnisch bestickte Tuch in der Küche aus seiner Halterung, er versteht sich als Deutscher, nicht mehr als Pole. Es scheint, als ob sich die Pole von Adams Zerrissenheit auflösen. Waren sie mehrfach auf der Welt oder einfach nur zerrissen, fragen sich die Figuren und fragt sich Birgitta M. Schulte. Das Schicksal ihrer Urgroßeltern spiegelt sich in den Erfahrungen des kommentierenden Ichs bald 100 Jahre später. Dabei geht es nicht nur um die Migration in eine neue Sprachumgebung und verlangte nationale Identität, sondern auch um die Migration von einem sozialen Milieu in ein anderes. Ein Roman, in dem Birgitta M. Schulte das Leben ihrer Urgroßeltern anhand von historischen Studien nachzeichnet, literarisch anreichert und mit ihrer persönlichen Familiengeschichte verwebt. Birgitta M. Schulte wurde 1951 geboren, wuchs in Ostwestfalen auf und lebt heute wieder in Detmold. Sie wurde Redakteurin pädagogischer Zeitschriften und Autorin bei der ARD für die Themenbereiche Bildung, Frauen, Umwelt und Archäologie. Sie hat vier Sachbücher veröffentlicht. Viele ihrer kurzen Geschichten sind in der Zeitschrift „Tentakel. Literatur aus OWL“ erschienen. 2019 erhielt sie den Stockstädter Literaturpreis anläßlich der Buchmesse im Ried.
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Sommerfest im Westpreußischen Landesmuseum
Am 7 . Juli feierten das Westpreußische Landesmuseum und das Kulturreferat das diesjährige Somm erfest. ZahlreicheBesucher waren bei Kaffee und Kuchen mit von der Partie. Musikalisch umrahmte Matt Walsh mit den Vibrosonics den Nachmittag von 14.00 bis 18.00 Uhr. Eine besondere Attraktion hatten sich die Veranstalter mit dem Kabarettisten Markus von Hagen ausgedacht. Er brachte vielen Interessierten in einer ausgezeichneten szenischen Darbietung die gewebte Geschichte der Danziger Tapisserie nahe. Dieses Prunkstück des Museums wurde von Markus von Hagen wohl erstmalig auf eine beeindruckende Weise entschlüsselt.
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Pressemitteilung
Spuren des nationalsozialistischen Regimes und Mahnorte in Münster
Exkursion mit den Geschichtskursen des Mariengymnasiums Warendorf und Besuch der Villa ten Hompel 18. April 2024
Das Kulturref erat für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen zeigte vom 2. Februar bis zum 31. März 2024 die Wanderausstellung „Den Tätern auf der Spur: Polizeiliche NS-Verbrechensorte in Polen“ der Villa ten Hompel in den Räumlichkeiten des Westpreußischen Landesmuseums in Warendorf. Die Ausstellung stellte weniger bekannte Orte wie Józefów, Majdanek oder Zamość dar – alles Tatorte des Holocaust – an denen gewöhnliche deutsche Polizisten zu Mördern wurden. Über die Laufzeit dieser Ausstellungspräsentation in Warendorf wurde ein umfassendes Begleitprogramm angeboten, das neben einer szenischen Lesung über das Wirken von Janusz Korczak auch einen Vortrag von Uwe Neumärker über die Arbeit der Bundesstiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas sowie ein Gespräch mit Angelika Sturm über die Deportationen der münsterländischen Juden nach Riga vor 83 Jahren mit einem Zeitzeuginnenbericht über das Leben der Holocaust-Überlebenden Irmgard Ohl inkludierte. Zudem wurde mit den Oberstufenkursen des Mariengymnasiums Warendorf ein Bildungsprojekt im Rahmen einer Schulkooperation umgesetzt, darunter fanden neben einem Workshop zur Ausstellung mehrere Diskussionsrunden mit den Schülern statt. Als abschließende Maßnahme unternehmen die Oberstufenkurse des Mariengymnasiums Warendorf eine Exkursion nach Münster, um vor Ort Spuren der nationalsozialistischen Diktatur zu erarbeiten. Hauptaspekt der eintägigen Studienfahrt ist der Besuch mit einer Führung durch die Villa ten Hompel, dem damaligem Sitz des Befehlshabers der Ordnungspolizei im Wehrkreis VI zwischen 1940 und 1944. Begleitet werden sie von den Geschichtslehrerinnen Sandra Benteler und Stephanie Taube sowie von Magdalena Oxfort, Kulturreferentin für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen. Einen Bezug der Gegenwartskunst im Laufe des Tages wird es bei der Besprechung von Silke Wagners Arbeit „Münsters GESCHICHTE VON UNTEN“ geben – ein Beitrag zu den Skulptur Projekten Münster 07 über Paul Wulf, der 1938 zwangssterilisiert wurde, zeitlebens die Münsteraner auf der Straße über seine Geschichte informierte und um die Anerkennung seines Falls als Straftat kämpfte. Weitere Stationen werden Martha Roslers Arbeit „Unsettling the Fragments (Eagle)“ vor dem Eingang der Einkaufspassage „Arkaden“ für die Skulptur Projekte Münster 07 sein sowie eine Führung durch den Zwinger an der Promenade. Dieser erfuhr im Laufe seiner Geschichte eine vielfache Umnutzung – während der NS-Zeit diente er als Inhaftierungs- und Hinrichtungsstätte der Gestapo. Die Künstlerin Rebecca Horn realisierte anläßlich der Skulptur Projekte in Münster 1987 die Installation „Das gegenläufige Konzert“, die als permanente Arbeit auf die Greueltaten innerhalb der Zwingermauern hinweist und das ursprünglich als Bollwerk erbaute Gebäude zu einem Mahnmal für die Opfer der Gewalt macht. Ein Kooperationsprojekt zwischen dem Kulturreferat für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen und dem Mariengymnasium Warendorf – konzipiert und finanziert durch das Kulturreferat für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen.
Pressemitteilung
Vor 83 Jahren – Die Deportationen der münsterländischen Juden nach Riga Vortrag von Angelika Sturm Mittwoch, 6. März 2024, 13.30 Uhr im Westpreußischen Landesmuseum Warendorf, Eintritt frei
Veranstaltung zur Ausstellung „Den Tätern auf der Spur: Polizeiliche NS-Verbrechensorte in Polen“ „Nach zweitägiger Fahrt in einem ungeheizten Zug kamen wir auf dem Verladebahnhof in Riga an. Wir mußten aber noch die ganze Nacht im Zug bleiben. Am anderen Morgen, als es hell wurde, sahen wir ringsum hohen Schnee. Wir merkten, daß wir im Osten waren, denn die strenge Kälte machte sich bemerkbar. Etwas später kam die SS mit Gummiknüppeln und trieb uns aus dem Zug. So hatten wir gleich einen schönen Empfang und einen kleinen Vorgeschmack für unser künftiges Leben.“ Irmgard Heimbach verh. Ohl: Als Jugendliche im KZ. Erinnerungen an Riga, 1997 I m November jeden Jahres wird an die unheilvollen Ereignisse erinnert, die Menschen jüdischen Glaubens in Europa während des nationalsozialistischen Terrorregimes erleiden mußten. 2022 jähren sich zum 81. Mal die Deportationen in die von den Nationalsozialisten eingerichteten Ghettos, Arbeits- sowie Vernichtungslager und somit auch der Beginn des damit verbundenen Holocaust. Die Deportation der Juden aus dem Münsterland ist insbesondere mit einem Ort verbunden, dem heute nicht mehr existierenden Gertrudenhof auf der Warendorfer Straße, Ecke Kaiser-Wilhelm-Ring in Münster. Zuvor war der Gertrudenhof eine beliebte Lokalität mit einem Biergarten, in deren Räumlichkeiten sich unter anderem ein Kino befand. Am 11. Dezember 1941 von der Gestapo beschlagnahmt, wurde er zum Sammelpunkt für die Deportationen in Richtung Osten. Am 13. Dezember 1941 fuhr der erste verschlossene Personenzug der Deutschen Reichsbahn vom Güterbahnhof mit 390 Menschen und Zwischenhalten in Osnabrück und Bielefeld mit der Aufnahme weiterer 641 Personen. Wenige Tage später erreichte der Zug Riga im besetzten Lettland. Fortan mußten die Deportierten unter menschenverachtenden Umständen im heruntergekommenen Stadtteil „Moskauer Vorstadt“ leben, in dem die SS das Ghetto errichtet hatte. Ab Dezember 1941 wurden etwa 25.000 österreichische, tschechische und deutsche Juden in das Ghetto gebracht, tausende von ihnen fanden Anfang 1942 den Tod im Wald von Bikernieki. Bis zur Liquidierung des Ghettos im November 1943 mußten 12.000 Menschen Zwangsarbeit leisten. Von den insgesamt 1.031 Personen des Transports vom 13. Dezember 1941 aus Westfalen überlebten lediglich 102 Männer und Frauen. Angelika Sturm vom Arbeitskreis Jüdisches Leben in Warendorf und freie Führungsmitarbeiterin im Westpreußischen Landesmuseum, wird in ihrem Vortrag die Geschichte der Deportation der münsterländischen Juden nach Riga beleuchten, von ihren Reisen dorthin und ihren Eindrücken bei den Besuchen der Gedenkstätten vor Ort berichten. Abschließend wird sie auf die Lebensgeschichte der in Osnabrück geborenen Jüdin Irmgard Heimbach verh. Ohl (1927-2013) eingehen, mit der sie zeitlebens freundschaftlich verbunden war. Ohl überlebte die Geschehnisse in Riga und Stutthof und konnte nach Jahren der Verfolgung in ihre Heimatgemeinde Laer zurückkehren. Ihre Erinnerungen an diese Zeit hat sie schriftlich festgehalten, die Angelika Sturm in ausgewählten Passagen vorlesen wird. Der Vortrag findet als Begleitveranstaltung zur Ausstellung „Den Tätern auf der Spur: Polizeiliche NS- Verbrechensorte in Polen“ statt sowie als Zusammenarbeit des Kulturreferates für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen mit dem Westpreußischen Landesmuseum und dem Mariengymnasium Warendorf, organisiert von der Kulturreferentin Magdalena Oxfort und den Geschichtslehrerinnen Sandra Benteler und Stephanie Taube.
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Ausstellung: Die Einwohner von Marienburg aus der Sicht der ersten Fotografen 2. März bis 2. Juni 2024 – Vernissage am Samstag, 2. März 2024 um 14.00 Uhr Westpreußisches Landesmuseum Warendorf
Die Fotografie glich vor mehr als 150 Jahren eher einer „Zeremonie“. Ein Foto entstand nicht sofort, sondern zunächst wurde das richtige Tageslicht gewählt. Für Familienaufnahmen ging man in das Fotoatelier. Dort gab es den richtigen Hintergrund, das passende Licht. Oft wurden der beste Anzug und das Sonntagskleid dazu angezogen. Was dazu gehörte, war sehr viel Geduld, denn bis der Blitz kam, gab es eine Zeit der Anspannung für alle und man versuchte, seinen Blick zu halten. Neben die Personenfotografie trat die Landschafts- und Stadt fotografie. Die Motive bildeten dann auch Vorlagen für Ansichts- und Grußkarten. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert kam es zu einem vermehrten Interesse an der alten Bausubstanz. Ein Beispiel dafür ist Marienburg mit der Burganlage. Das frühe Interesse an der Architektur mit den zahlreichen Fotodokumenten war in den vergangenen Jahrzehnten beim Wiederaufbau und der Restaurierung der Marienburg von unschätzbarer Bedeutung. Es waren diese Fotografien, die eine große Hilfe bei den Vorhaben bildeten. Auf der anderen Seite sind alte Fotografien auch Zeitzeugen, die den Blick in die Vergangenheit ermöglichen und die Entwicklungsstufen einer Stadt nachzeichnen. In Marienburg waren bereits früh Fotografen ansässig, die hier ein Atelier oder Geschäft unterhielten, aber auch in Gaststätten ihr Können unter Beweis stellten. Mit ihren Werken tauchen wir in die Geschichte ein und somit in die Ausstellung. Die Ausstellung wurde vom Direktor des Muzeum Miasta Malborka / Marienburger Stadtmuseums, Tomasz Agejczyk, erstellt, realisiert und anlässlich des 5-jährigen Bestehens des Museums am 15. September 2023 in einer polnisch-deutschen Version eröffnet. Nun ist das Marienburger Stadtmuseum zu Gast im Westpreußischen Landesmuseum. Aus Platzgründen sind die Ausstellungstafeln einsprachig und Fotos aus den Vitrinen wurden in die Tafeln integriert. Die Ausstellung spannt einen weiten Bogen: sie zeigt die Entwicklung der Fotografie, die in Marienburg ansässigen Fotografen seit den 1850er Jahren bis in die 1970er Jahre. Parallel dazu wird auch die Stadt bzw. die Burg Marienburg gezeigt, die den Wandel der Stadt in einem Zeitraum von über 100 Jahren dokumentiert.
Ergänzt werden die Ausstellungstafeln – wie im vergangenen Jahr in Marienburg geschehen – auch im Westpreußischen Landesmuseum durch Anschauungsobjekte, die die Geschichte der Fotoapparate und deren Zubehör, wie z. B. alte Fotoalben dokumentieren. Hier konnte die Galerie Kunst(t)räume in Ochtrup für eine Zusammenarbeit gewonnen werden. Der Fotograf, Sammler und ehemalige Lehrer Chris Tettke, der seit Jahrzehnten alte Fotoapparate, Fotoalben und Fotografien seit der Erfindung der Fotografie durch Louis Daguerre 1840 sammelt, stellt mit seiner Frau Steffi Herrmann einen Querschnitt seiner Sammlung zur Veranschaulichung zur Verfügung. Der Blick in die Welt der Fotografie und der Blick auf eine Stadt und deren Geschichte, Menschen und Besonderheiten durch die Kamera mit den Augen der Fotografen steht stellvertretend für andere Städte. Jede Stadt hat hier ihre ganz eigene Geschichte zu erzählen, doch überall gab es Menschen, die sich dem Medium Fotografie widmeten. Eine Ausstellung in gemeinsamer Zusammenarbeit des Kulturreferates für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen mit dem Muzeum Miasta Malborka / Marienburger Stadtmuseum und dem Westpreußischen Landesmuseum.
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Vortrag: Vergessene und verdrängte Opfer des Nationalsozialismus. Die Arbeit der Bundesstiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas 16. Februar 2024, 13.30 Uhr, Westpreußisches Landesmuseum Eintritt frei
Als der Deutsche Bundestag am 25. Juni 1999 nach fast zehnjähriger Debatte und zwi Architekturwettbewerben mehrheitlich und parteiübergreifend den Beschluß faßt, ein Denkmal für die ermordeten Juden Europas im Herzen Berlins zu errichten, verpflichtete sich die Bundesrepublik Deutschland, »der anderen Opfer des Nationalsozialismus würdig zu gedenken«. Die im Frühjahr 2000 gegründete Bundesstiftung betreut daher mittlerweile nicht nur das Holocaust-Mahnmal (2005 eröffnet), sondern auch ein Denkmal für Homosexuelle (2008) und die ermordeten Sinti und Roma sowie den Gedenk- und Informationsort für die Opfer der »Euthanasie«-Morde (2014). Ein Mahnmal für die Zeugen Jehovas hat der Bundestag im Sommer 2023 beschlossen. In Wanderausstellungen würdigt die Stiftung zudem die Opfer der NS-Militärjustiz (seit 2007) sowie die »Asozialen« und »Berufsverbrecher« (ab 2024). Dabei beleuchtet sie stets die europäische Dimension nationalsozialistischer Terrorherrschaft und Besatzung. Sowohl unzählige Initiativen wie auch der Staat erinnern an Gedenktagen wie dem 27. Januar oder dem 9. November an die jüdischen und nicht-jüdischen Opfer des Nationalsozialismus, mittlerweile auch an die aus anderen Ländern. Fast gänzlich aus dem Blick geraten sind allerdings noch immer die früheren preußischen Ostprovinzen. Doch die Braunhemden marschierten nicht nur durch Hamburg, Nürnberg oder Leipzig, sondern auch durch Allenstein, Oppeln oder Stargard. Auch in Königsberg, Breslau und Stettin standen die Synagogen in Flammen, wurde die jüdische Bevölkerung ausgegrenzt, verschleppt, ermordet. Hier lebten Sinti und Roma – die meisten in der Provinz Ostpreußen, wurden Patienten, Zeugen Jehovas oder politische Gegner inhaftiert, vertrieben, vernichtet. Die Stiftung trägt seit vielen Jahren dazu bei, sie dem Vergessen und Beschweigen zu entreißen, etwa durch die Herausgabe von Zeitzeugenberichten, Gesprächs- wie Vortragsabende, die Aufnahme von lebensgeschichtlichen Videointerviews oder Mahn- und Informationstafeln.
Uwe Neumärker, geboren 1970 in Berlin-Mitte, studierte Germanistik, Slawistik und Geschichte in Berlin und Moskau. 1997 bis 1998 arbeitete er im Ch. Links Verlag Berlin, in den Bereichen Konzeption, Lektorat sowie Öffentlichkeitsarbeit. 2000 bis 2001 war er Kulturmanager des Instituts für Auslandsbeziehungen Stuttgart für die deutsche Minderheit im Memelland (Litauen). 2002 wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas, ab 2003 war Uwe Neumärker für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich, 2005 bis 2009 Geschäftsführer, seit Juli 2009 Direktor. 2015/16 war Uwe Neumärker Interimsleiter der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung. Uwe Neumärker ist Mitglied im Beirat der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld, der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg und der Stiftung Berliner Mauer, im Stiftungsrat der Gedenkstätte Lindenstraße und im Kuratorium der Ursula-Lachnit-Fixon-Stiftung sowie im Vorstand des Bildungs- und Dokumentationszentrums Prora e.V.
Die Veranstaltung findet im Rahmen einer langjährigen Kooperation des Kulturreferates und des Westpreußischen Landesmuseums mit dem Mariengymnasium Warendorf statt. An diesem Vortrag nehmen die Oberstufenkurse der Schule unter der Leitung der Lehrerinnen Sandra Benteler und Stephanie Taube teil; die Veranstaltung ist jedoch für alle interessierte Personen öffentlich. Im Anschluß an die Präsentation wird die Möglichkeit gegeben sein, mit Herrn Neumärker im Rahmen einer offenen Diskussion ins Gespräch zu kommen.
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Pressemitteilung
Den Tätern auf der Spur: Polizeiliche NS-Verbrechensorte in Polen Eine Ausstellung der Villa ten Hompel im Westpreußischen Landesmuseum 2. Februar 2024 bis 31. März 2024
Kein anderer Ort steht im öffentlichen Gedächtnis so sehr für den Völkermord an den europäischen Juden wie das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz im Süden Polens. Aber haben Sie von Orten wie Ja lózefów, Majdanek oder Zamość gehört? Auch bei diesen handelt es sich um Tatorausstellung_tenhompelte des Holocaust. Es sind Orte, an denen gewöhnliche deutsche Polizisten zu Mördern wurden. Befehligt wurden sie auch aus der Villa ten Hompel als damaligem Sitz des Befehlshabers der Ordnungspolizei im Wehrkreis VI zwischen 1940 und 1944. Als Angehörige von Polizeibataillonen bewachten Polizisten Lager, eskortierten Deportationszüge und nahmen an Erschießungen teil. Immer unter dem Vorwand, die von der Wehrmacht eroberten Gebiete zu "sichern" und "für Ordnung zu sorgen". In der deutschen Erinnerungskultur sind diese Verbrechenskomplexe jedoch nur unzureichend verankert. Der Gallery Walk verfolgt daher die Spuren der Verbrechen von Ordnungspolizisten – ausgehend von den Schreibtischtätern in der Villa ten Hompel hin zu den Erschießungsorten, Ghettos und Mordlagern der Vergangenheit.
Beispielhaft werden Geschehnisse an den einzelnen Orten beschrieben und gezeigt, auf welche Weise "ganz normale Polizisten" zu Tätern wurden. Viele der Tatorte in Polen – insbesondere große Städte wie Lublin, Warschau oder Białystok – zeichneten sich vor der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg durch einen hohen Anteil jüdischer Einwohner aus, mit einem blühenden kulturellen, religiösen und wirtschaftlichen Leben. Doch kaum etwas zeugt heute noch von dieser Vielfalt.
Das Kulturreferat für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen zeigt nun vom 2. Februar 2024 bis 31. März 2024 die Ausstellung der Villa ten Hompel in den Räumlichkeiten des Westpreußischen Landesmuseums in Warendorf.
Zur Ausstellung wird ein umfangreiches Begleitprogramm angeboten:
- Literatur für Liebhaber: Janusz Korczak – ein tapferer Mensch seiner Zeit. Szenische Lesung mit Marion und Markus von Hagen
Februar 2024, 19.00 Uhr, Westpreußisches Landesmuseum
- Vortrag: Vergessene und verdrängte Opfer des Nationalsozialismus.
- Die Arbeit der Bundesstiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas Uwe Neumärker, Direktor der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas
16. Februar 2024, 13.30 Uhr, Westpreußisches Landesmuseum Eintritt frei
- Vor 83 Jahren – Die Deportationen der münsterländischen Juden nach Riga
Vortrag von Angelika Sturm 6. März 2024, 14.30 Uhr, Westpreußisches Landesmuseum Eintritt frei
Mit den Oberstufenkursen des Mariengymnasiums Warendorf wird zudem ein Bildungsprojekt im Rahmen einer Schulkooperation stattfinden, darunter sind neben einem Workshop zur Ausstellung auch ein Besuch in der Villa ten Hompel und eine Exkursion nach Münster zu Mahnorten an die Zeit des Nationalsozialismus vorgesehen.
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Pressemitteilung
SonntagsZeit im Westpreußischen Landesmuseum. Ein Kulturnachmittag mit Magdalena Oxfort
21. Januar 2024, 15.30 Uhr, Westpreußisches Landesmuseum Eintritt: € 2,50
Da s Kulturreferat für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen lädt gemeinsam mit dem Westpreußischen Landesmuseum am Sonntag, den 21. Januar 2024 zu einem Kulturnachmittag in die Räume des ehemaligen Warendorfer Klosters ein. Magdalena Oxfort wird um 15.30 Uhr einen kurzen Rundgang durch die noch bis zum 18. Februar 2024 präsentierte Sonderausstellung „Augen-Blicke – Aus-Blicke. Westpreußen entlang der Weichsel“ geben. Die Ausstellung zeigt insgesamt 50 Arbeiten von 29 Künstlern, die entlang der Weichsel ihre Motive gefunden und diese in Farbe wie Öl-, Tempera- oder Aquarellmalerei festgehalten haben. Im Anschluß, um 16.00 Uhr, findet der thematisch an die Ausstellung angelehnte Vortrag „Die Künstler in Danzig in der Zwischenkriegszeit“ mit der Kulturreferentin für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen statt. Das Thema dieses Vortrags von Magdalena Oxfort M. A. ist die Malerei und das Leben renommierter Kunstschaffender wie Berthold Hellingrath, Reinhold Bahl und Fritz August Pfuhl e in der Freien Stadt Danzig von 1919 bis 1945. Der vorherrschende, „deutsche“ Charakter der Kunst in Danzig wurde nach 1918 als selbstverständlich vor allem von Deutschen wahrgenommen. Nach der Gründung der Freien Stadt Danzig mußten sich die deutschen Bürger Danzigs mit den polnischen Forderungen an die Stadt, deren Kultur und Kunst auseinandersetzen, aber auch umgekehrt. Der ideologische Kampf auf dem Gebiet der Malerei war in den Museen, Kunstgalerien und dem Wirken der Kunstvereine allgegenwärtig wahrnehmbar. Zwei Visionen von Danzig, die nationalistisch motiviert wurden – die deutsche und die polnische – prallten aufeinander, auch in der Presse und in den Veröffentlichungen. Magdalena Oxfort wird zudem einen kritischen Blick auf das kulturpolitische Geschehen der damaligen Zeit werfen. rath_150124 Zu diesem besonderen Kulturnachmittag sind alle interessierte Besucher herzlich eingeladen!
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